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Landgericht Itzehoe : Mutter getötet – 29-Jähriger vor Gericht

vom

Im Mai soll ein 29-Jähriger aus Wedel seine Mutter brutal erwürgt haben. Die Staatsanwältin fordert eine Unterbringung in der Psychiatrie.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 11:17 Uhr

Itzehoe/Wedel | Immer wieder soll er auf die Leiche der Mutter eingestochen haben, ihr die Kehle durchschnitten haben: Der grausame Tod einer Mutter aus Wedel bei Hamburg wird seit Montag vor dem Landgericht Itzehoe aufgerollt. Auf der Anklagebank sitzt der Sohn der 51-Jährigen. Der 29-Jährige hat seine Mutter laut Staatsanwaltschaft im Mai brutal geschlagen und sie dann erwürgt.

Rechtlich wertete die Staatsanwältin die Tat als Totschlag. Ins Gefängnis will sie den Sohn jedoch nicht schicken. Ein Sachverständiger hatte in einem vorläufigen Gutachten seine Schuldunfähigkeit festgestellt. Die Staatsanwältin will daher die Unterbringung des jungen Mannes in die geschlossene Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses erreichen. Er soll mit einem Messer auch Dutzende Male auf die Leiche eingestochen und ihr die Kehle durchschnitten haben. Der 29-Jährige schwieg zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft verweist aber auf Beweise, und Zeugen sollen in dem zunächst auf vier Verhandlungstage anberaumten Unterbringungsverfahren Licht ins Dunkel bringen.

Für die örtliche Polizei waren der mutmaßliche Täter und sein Opfer keine Unbekannten. Im Gegenteil, die Eltern hatten in der Vergangenheit öfters über Notruf Hilfe gefordert, „Die Frau hatte uns immer angefleht, ihr zu helfen,, weil sie Angst vor ihrem Sohn hatte“, sagte ein Polizist als Zeuge. Berechtigt, denn der junge Mann hatte seinen Vater zuvor schon einmal attackiert und verletzt, so dass ein Amtsrichter ihm per einstweiliger Anordnung verbot, sein Elternhaus zu betreten. Trotzdem kam der Sohn immer wieder, randalierte vor der Haustür und verlangte Einlass. Wenn Streifenpolizisten dann zu dem Einfamilienhaus eilten, hätten sie von der Einsatzzentrale stets eine ernste Warnung mit auf den Weg bekommen, erinnerte sich der Beamte: Die Polizisten sollten auf ihre Eigensicherung achten, da der Sohn psychisch krank sei. So auch am 3. Mai 2014. Als die beiden Beamten durch die Terrassentür das kleine Häuschen betraten, war einer von ihnen nur für die Sicherung zuständig. Im Schlafzimmer des Hauses lag die Leiche einer Frau. Ein Arzt schätzte, dass die Frau zu dem Zeitpunkt schon mehrere Stunden lang tot war.

Ein Urteil wird am 25. November erwartet.

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