Tag des offenen Hofes : Minister Habeck wehrt sich gegen Kritik der Bauern

Keinen leichten Stand hatte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (links), hier bei der Begrüßung von Klaus Schlie (Mitte)   und Landes-Bauernpräsident Werner Schwarz, bei der Eröffnung des Tags des offenen Hofes.
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Keinen leichten Stand hatte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (links), hier bei der Begrüßung von Klaus Schlie (Mitte) und Landes-Bauernpräsident Werner Schwarz, bei der Eröffnung des Tags des offenen Hofes.

Landwirtschaft zum Anfassen: Am Sonntag geben 33 Bauernhöfe im Land Einblicke in ihre Ställe. Bei der Eröffnung des tag des offenen Hofes lieferte sich Minister Habeck eine Diskussion mit den Bauern.

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13. Juni 2014, 14:03 Uhr

Dollerup | Einblicke ins Leben der Landwirte und Respekt für ihre Leistung – dies sind die Ziele des bundesweiten „Tag des offenen Hofes“, der am Freitag mit reichlich Bundesprominenz aus der Agrarbranche auf dem Hof Tramsen in Dollerup (Kreis Schleswig-Flensburg) eröffnet wurde. 100.000 Besucher werden am Sonntag auf den 33 beteiligten Betrieben im Land erwartet. Direkt neben friedlich in die Fernsehkameras blickenden Kälbern entbrannte eine kontroverse Diskussion, bei der Landwirtschaftsminister Robert Habeck Frust und Kritik der Landwirte zu spüren bekam.

„Enteignung“ wurde ihm mit Blick auf die Knickverordnung vorgeworfen, die 50 Zentimenter breite Schutzstreifen vorsieht. „Mit ihren Knicks dürfen sie seit Jahrzehnten nicht machen, was sie wollen. Auch andere Regierungen haben dies reglementiert“, entgegnete Habeck. Zudem müsse eine Branche, die jährlich mit 300 Millionen Euro Steuergeldern gefördert werde, akzeptieren, dass nicht alle ökologischen Standards über Bord geworfen werden. Den Naturschutz führte der Minister auch gegen die Forderung von Bundesbauernpräsident Joachim Rukwied ins Feld, der forderte, in der deutschen Landwirtschaft „Vollgas zu geben“, um die weltweite Hungersnot zu mildern. „Das Problem ist die Verteilung“, sagte Martina Poppinga von der Landjugend Schleswig-Holstein, die insgesamt weniger Vorgaben forderte. „Wir müssen immer wieder nachjustieren“, entgegnete Habeck.

Landtagspräsident Klaus Schlie lobte die Transparenz, die der Aktionstag schafft. „Er ist ein Strohfeuer, schnell ist die Produktionsrealität vergessen“, sagte Habeck. „Ich liebe meine Tiere, es geht ihnen gut“, betonte Tramsen. Auf der Milchtüte im Supermarkt stünde eine Kuh mit Hörnern auf der Weide, gab der Minister zu bedenken, „auf diesem Hof stehen die Kühe ohne Hörner im Stall.“

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