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Kommentar zu Kieler Uniklinik : Millionengrab UKSH: Skandalöse Sünden der Vergangenheit

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gutachter, Studien und Co. wurden beauftragt – doch gebaut wurde nicht. Schleswig-Holsteins Politiker tragen eine Mitschuld an den Zuständen im UKSH. Ein Kommentar von Margret Kiosz.

Kiel | Niemand kann seine Hände in Unschuld waschen! Bis auf die Piratenpartei sind in Schleswig-Holstein Politiker aller Couleur in den vergangenen zehn Jahren an der Macht gewesen – und deshalb mitverantwortlich für die Zustände im Universitätsklinikum. Immer wieder wurde gezaudert, verzögert und boykottiert. Es wurden sündhaft teure Gutachter bestellt und Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben – bloß gebaut wurde nicht.

Dabei war und ist es offensichtlich, dass es so nicht weitergehen kann. Zahlreiche Gebäude auf dem Klinikgelände stammen aus dem vorletzten Jahrhundert und sind für die Hochleistungsmedizin unbrauchbar. Schlimmer noch: Die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, die teilweise in engen Kellerlöchern schwerwiegende Diagnosen stellen müssen, sind unzumutbar. Und die Unterbringung der Patienten ist beschämend. Sie liegen in der internistischen Klinik auf Fluren, notdürftig abgeschirmt von Besucherströmen, Studenten und Hilfskräften durch wackelige Paravents, hinter denen sie untersucht werden und ihre Notdurft verrichten. Bei aller Political Correctness – das muss mal gesagt werden: Würde man Flüchtlingen so etwas zumuten, stände Amnesty International sofort auf der Matte.

Insofern sind auch die vielen Millionen für provisorische Containerstationen und das verpuffte Geld für den Brandschutz in Gebäuden, die demnächst abgerissen werden sollen, zwar ärgerlich – das Herumtrampeln auf der Menschwürde der Patienten wiegt jedoch schwerer. Alle, die in Kiel Verantwortung tragen, sollten sich 24 Stunden in ein Klinikbett legen. Nicht auf Privatstationen, sondern dort, wo die Normalos liegen – dann würden endlich die Bagger bestellt. Noch glaubt die Landesregierung nämlich selbst nicht an die eigene Courage. Sie hat den Klinikneubau zur Förderung in Brüssel angemeldet. Pikant: Aus dem betreffenden Topf sollen nur Projekte bezuschusst werden, die sonst nie realisiert würden.

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erstellt am 03.Feb.2015 | 10:15 Uhr

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