Mehr Sicherheit im Elbtunnel

Das Herzstück des Elbtunnels: Im Kontrollraum wird der Verkehrsfluss der ab morgen insgesamt vier geöffneten Röhren überwacht.
Das Herzstück des Elbtunnels: Im Kontrollraum wird der Verkehrsfluss der ab morgen insgesamt vier geöffneten Röhren überwacht.

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02. Februar 2013, 01:14 Uhr

hamburg | Dichte Nebelschwaden umwölken den Tunnel, es zischt und dampft. "Es besteht eine Gefahrensituation, bitte begeben Sie sich bis zum nächsten Fluchtweg", hallt es aus den Lautsprechern. Urplötzlich öffnen sich die Abzugsventilatoren, schlucken in Windeseile den riesigen Blizzard. Was als Vorführung für die Presse gedacht war, kann ab morgen schon zum Ernstfall werden. Ab acht Uhr morgens wird dann auch die letzte der baulich nachgerüsteten Elbtunnelröhre frei sein, Fahrzeuge aus Niedersachsen kommend sollen sich dann möglichst staufrei durch eine der vier Röhren bewegen können. Erstmals seit 2008 können dann alle acht Fahrspuren gleichzeitig befahren werden.

"Der Bund hat mit 257 Millionen Euro massiv in die Sicherheit des Elbtunnels investiert", sagte der anwesende Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann. "Ich freue mich, dass ab diesen Wochenende endlich wieder freie Fahrt auf diese wichtigen Verkehrsachse ist." Denn immer wieder war es in der Vergangenheit an dieser Stelle zu heftigen Staus gekommen. Auch während der Vorführung der neuen Sicherheitstechnik, war eine Röhre über mehrere Stunden wegen mehrerer Unfälle komplett gesperrt.

Die neuen Maßnahmen sollen den Verkehr in Zukunft flüssiger gestalten, schließlich brausen an dieser Stelle an einem Tag 170 000 Kraftfahrzeuge längs. "In den letzten zehn Jahren hat es maßgebliche Sicherheitsbedenken gegeben", sagte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos). Auch hat es vor den Modernisierungsarbeiten in allen drei alten Röhren eine umfangreiche Asbestsanierung gegeben. Er freue sich, so Horch, dass nun die volle Leistungsfähigkeit der A 7 und die größtmögliche Sicherheit in diesem Bereich wieder gegeben ist. Schließlich handele es sich bei der A 7 um den Korridor von Skandinavien nach Südeuropa.

Seit Januar 2009 hatte für die Modernisierung jeweils eine Röhre gesperrt werden müssen. Nun ist also auch die erste Röhre, die östlichste der Tunneldurchfahrten wieder freigegeben. Alle 60 Meter gibt es nun Fluchttunnel, es wurden 125 000 Quadratmeter Brandschutzplatten verbaut, 90 Kilometer Kabel für Notruf-Nischen, neue Beleuchtungen oder Lautsprechersysteme verlegt. Dadurch dass es alleine 2011 zwei Brandfälle gegeben hat, wurden vor allem die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verstärkt. Als technische Innovation gilt dabei die neue Rauchgasabsaugung. Es wurden alle 50 Meter individuell steuerbaren Lüftungsklappen installiert. Bei Rauchentwicklung entfachen sie über eine Länge von 200 Metern ein Riesengetose und schlucken 300 Kubikmeter Rauch pro Sekunde weg.

"Es ist ein wunderbarer Tag für die Verkehrsinfrastruktur im Norden", lobte Ferlemann dann auch das Projekt. Dabei kündigt sich mit dem Arbeiten für den A-7-Deckel, die 2014 beginnen sollen, die nächste Großbaustelle an. In drei Abschnitten soll ab Stellingen Richtung Tunnel gebaut werden, auch wegen der Verbreiterung der Fahrbahn nördlich des Tunnels wird zukünftig mit massivem Stau gerechnet. Zudem soll die Autobahn im Süden von drei auf vier Spuren erweitert werden.

Die Modernisierung der alten Eltunnelröhren 1 bis 3 ist eine wichtige Voraussetzung dafür, die A 7 in Hamburg und Schleswig-Holstein wie geplant weiter auszubauen zu können. Der Bund will in dieses Mammutprojekt inklusive A-7-Deckelung in den nächsten zehn Jahren insgesamt eine halbe Milliarde Euro investieren. Vom Süden kommend werden dann ab Harburg bis zum Tunnel, im Norden bis zur Landesgrenze nach Schleswig-Holstein jeweils vier Spuren befahrbar sein.

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