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Mehr Geld für die Zukunft der Dörfer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

EU erhöht Fördermittel auf 420 Millionen Euro

Geldregen für die ländlichen Räume in Schleswig-Holstein: 420 Millionen Euro wird die EU will bis 2020 zur Entwicklung dieser Regionen bereitstellen. Das ist mehr als in der bisherigen Förderperiode. Gerechnet hatte Kiel mit Kürzungen. 200 Millionen Euro muss das Land als Kofinanzierung noch „obendrauf“ packen. Schleswig-Holsteins Minister für ländliche Räume, der Grüne Robert Habeck, will mit dem Geld neue Schwerpunkte setzen: Bildungsangebote in der Fläche sollen erhalten oder geschaffen werden. Den Breitbandausbau in kleinen Dörfern will Habeck vorantreiben, bei der Förderung der Landwirtschaft verstärkt auf Umwelt und Naturschutz achten.

„Meine Verantwortung ist, dass der Blick nicht nur auf die Metropolen geht“, sagte Habeck gestern in Kiel. Der Minister zielte damit auch auf Überlegungen in Teilen der Koalition, über die künftige Landesplanung Entwicklung vor allem entlang der Hauptverkehrsachsen zu fördern. Angesichts des demografischen Wandels auf den Dörfern seien „enorme Anstrengungen“ in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Nahversorgung und Mobilität nötig, sagte Habeck. Dazu sei ein attraktives Bildungsangebot notwendig. Dabei könne die Dorfschule der Zukunft zum „Haus des Lernens und Lebens“ für alle Generationen umgebaut werden, sagte Habeck. Daneben soll der Wissenstransfer von Hochschulen zu landwirtschaftlichen Einrichtungen und Betrieben verstärkt werden. Mit 20 Millionen Euro wird etwa in der neuen Förderperiode viermal soviel Geld für den Ausbau des Breitbandnetzes zur Verfügung stehen wie bisher. Das sei „heute so wichtig wie der Wirtschaftswegebau vor 100 Jahren.“

Eine neue Förderpolitik peilt Habeck für die Landwirtschaft an. Unterstützt würden Leistungen der Landwirte für die Gesellschaft, die der Markt nicht honoriere. Dazu gehörten der Erhalt von Grünland, die besonders tiergerechte Haltung, Ökolandbau oder Gewässerschutz. Für den Vertragsnaturschutz soll mit 59 Millionen Euro fast doppelt soviel EU-Geld zur Verfügung stehen wie bisher. Höhere Prämien will Habeck damit auszahlen, mehr Flächen unter Schutz stellen. 63 Millionen Euro (plus sieben Millionen Euro) gibt es für die 21 Aktiv-Regionen. Neu bei der EU-Förderung ist, dass erstmals Mittel aus Betriebsprämien für Landwirte in die Entwicklung der ländlichen Räume umgelenkt werden. Für den Zeitraum 2016 bis 2020 sind dies allein 71 Millionen Euro. Davon sollen 33,5 Millionen in den Öko-Landbau fließen. Kommentar Seite 2

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erstellt am 17.Jan.2014 | 00:35 Uhr

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