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Schwere Vorwürfe : Mäuse im Altenheim - Rentner in Großenbrode verletzt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nagten Mäuse oder Ratten an den Beinen eines Demenzkranken in Großenbrode? Die Gesundheitsbehörde des Kreises Ostholstein ermittelt in dem Fall.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Großenbrode | Der Vorwurf wiegt schwer: In einem Seniorenheim in Großenbrode (Kreis Ostholstein) soll ein 67-jähriger Demenzkranker im Schlaf von Mäusen oder Ratten gebissen worden sein. Ihr Mann habe sechs große Wunden an den Beinen gehabt, sagte seine Ehefrau der Bild-Zeitung. Zuvor sei er mit Medikamenten ruhig gestellt worden.

Jetzt ermittelt die Gesundheitsbehörde des Kreises Ostholstein in dem Fall. Zwei Prüfungen direkt nach dem Vorfall und gestern hätten ergeben, „dass das Verhalten der Einrichtung nicht zu beanstanden ist“, teilt Kreissprecherin Anja Sierks-Pfaff mit. „Die Ursache für die Wunden kann von hier nicht festgestellt werden. Ein Zusammenhang zu einem Nagerbiss ist aus hiesiger Sicht nicht herstellbar. Es gibt keinen Hinweis auf eine Rattenpopulation im Umfeld der Einrichtung“, so die Sprecherin. Das Heim sei bisher nicht auffällig geworden, es sei in einem guten baulichen Zustand.

Der Rentner soll in der Nacht zum 1. September angefallen worden sein. In der Tat bestätigte der Kreis gestern, dass Pfleger an den Beinen des Mannes Wunden festgestellt hatten. „Dabei wurde im Kleiderschrank des Betroffenen eine Maus entdeckt und getötet. Seitdem hat die Einrichtung das nähere Umfeld fortlaufend auf Schadnagerbefall überprüft“, so Sierks-Pfaff. Die Wunden seien versorgt, erst als der Mann sie aufgekratzt habe, sei er im Krankenhaus behandelt worden.

Dort habe man ihr gesagt, dass es sich bei dem Tier, das ihren Mann gebissen habe, um eine Ratte gehandelt haben muss, sagte die Ehefrau der Bild-Zeitung. „Die haben meinen Mann so mit Tabletten vollgepumpt, dass er sich nicht gegen die Tiere wehren konnte. Und auch sonst hat keiner etwas unternommen.“

Die Heimleitung, die für den sh:z nicht erreichbar war, widerspricht dem. Und auch Anja Sierks-Pfaff erklärt: „Der Bewohner hat während der gesamten fraglichen Zeit lediglich die ärztlich verordnete Medikation erhalten. Für eine Überdosierung liegen keine Anhaltspunkte vor.“

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