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Libysche Flüchtlinge im Regen stehen gelassen

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erstellt am 28.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Hamburg | Die evangelische Nordkirche, Diakonie und die Hamburger Sozialbehörde haben sich gestern erstmals zur Situation der Libyen-Flüchtlinge geäußert, die in Hamburg seit sechs Wochen obdachlos sind. "Wir bieten weiterhin unsere Unterstützung an, um schnellstmöglichst Nothilfemaßnahmen für die Flüchtlinge einleiten zu können", sagte Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs (Foto). Mit einer Protest-Aktion auf dem Gerhard-Hauptmann-Platz versuchte ein Teil der Flüchtlinge gestern erneut auf ihre schwere Lage aufmerksam zu machen.

"Die Rückreise ist die einzige Option", betonte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD). "Aufgrund der rechtlichen Umstände haben die über Italien gekommenen Afrikaner hier keine Arbeitserlaubnis und somit auch keine Perspektive." Der Senator gibt "mangelnde räumliche Möglichkeiten" als Grund dafür an, dass er den Flüchtlingen bisher keine Unterkunft bieten konnte.

"Diese Menschen hatten Arbeit und mussten vor dem Bürgerkrieg fliehen," erklärte Hamburgs Diakonie-Chefin Annegrethe Stoltenberg. "Nun sind sie mittellos in Hamburg gestrandet. Sie suchen hier eine Perspektive, die ihnen die Stadt nach Lage der Dinge nicht bieten kann." Sie forderte gemeinsam mit Bischöfin Fehrs eine Liberalisierung des Aufenthaltsrechts.

Etwa 300 Flüchtlinge aus Libyen leben in Hamburg auf der Straße. Die Wanderarbeiter kamen nach ihrer Flucht aus Libyen in italienischen Flüchtlingscamps unter, bis diese Anfang 2013 geschlossen wurden. Von den italienischen Behörden wurden die Flüchtlinge mit Papieren ausgestattet und nach Norden weitergeschickt.

"Dauerregen macht die Verzweiflung immer größer", teilte Antje Möller, flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, mit. "Es fehlt offenbar am politischen Willen, einen freien Platz zu finden. Der Senat hat eine humanitäre Verpflichtung, die Flüchtlinge von der Straße zu holen."

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