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Lehrer protestieren gegen Unterrichts-Ausfall

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Petition gegen Lehrer-Abbau: 2000 haben schon unterschrieben

Lehrerverbände schlagen Alarm. „Das Ökosystem Schule ist dabei zu kippen“, sagte gestern der Vorsitzende des Philologenverbandes, Helmut Siegmon. Die Personalsituation an den Schulen sei „prekär“, die Unterrichtsversorgung drohe noch schlechter zu werden.

Per Online-Petition protestiert die Organisation. „Wir fordern die Landesregierung darin auf, alle öffentlichen Schulen so mit Lehrerstellen auszustatten, dass wir eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung gewährleisten können“, sagte die Vorsitzende des Verbandes Junger Philologen, Imme Husmeier. Bildungsministerin Waltraud Wende begrüßte zwar das Engagement, warnte aber vor „unrealistischen Forderungen“. Das Land müsse die Schuldenbremse und die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen einhalten. In den kommenden Jahren werde die Unterrichtssituation „optimiert“. Fakt ist: Das Bildungsministerium kalkuliert an den allgemeinbildenden Schulen für das kommende Schuljahr mit einem „strukturellen Unterrichtsausfall“ von sechs Prozent, an berufsbildenden Schulen sogar von zwölf Prozent. Landesweit soll die Zahl der Lehrerstellen zum kommenden Schuljahr um 365 sinken.

Mehr als 2000 Menschen haben die Petition wenige Tage nach dem Start unterzeichnet. Der Unterrichtsausfall habe sich in den vergangenen fünf Jahren „dramatisch erhöht“, sagte die Vorsitzende der Interessenvertretung Lehrkräfte (IVL), Grete Rhenius. Fachgerechte Vertretung in Krankheitsfällen könnten Schulen häufig nicht leisten. Dies schlage sich in der Bildungsqualität nieder. Auch der Vorsitzende des Verbandes der Lehrer an Berufsbildenden Schulen, Stephan Cosmus, berichtete von einem hohen Krankenstand. Mit den vom Parlament genehmigten Planstellen sei 100-prozentiger Unterricht nicht möglich. Die CDU-Schulpolitikerin Heike Franzen zeigte Verständnis dafür, „dass die Lehrkräfte auf der Zinne sind.“ Ständig schaffe die Landesregierung neue Bedarfe und ziehe dafür dringend benötigte Lehrerstellen und finanzielle Ressourcen ab.

Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat sagte, „Leider bauen wir in der Tat Stellen ab.“ Langfristig jedoch verbessere die Koalition die Lage an den Schulen.

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