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Landesfeuerwehr bremst Mitgliederschwund

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Strategien angesichts des demografischen Wandels: Kinderfeuerwehren und neue Internet-Präsenz

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2014 | 13:08 Uhr

Genau 9385 Menschen haben die Feuerwehren in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr bei über 80 000 Einsätzen gerettet. Die Männer und Frauen der Freiwilligen Wehren kämpfen jedoch weiter mit einem großen Problem: dem Mitgliederschwund. Die Zahl der Einsatzkräfte ist 2013 um 265 auf 49 104 gesunken. Im Jahr zuvor hatte es sogar ein Minus von 453 Mitgliedern gegeben.

„Der rasante Abwärtstrend hat sich abgeschwächt“, erklärte Landesbrandmeister Detlef Radtke auf der Landesfeuerwehrversammlung in Lübeck und fügte hinzu: „Der demografische Wandel wird nicht zu stoppen sein, doch wir haben Zeit gewonnen.“

Und die soll jetzt genutzt werden, um im Norden die Weichen für die Zukunft zu stellen. Noch in diesem Jahr soll eine Neufassung des Landesbrandschutzgesetzes verabschiedet werden. Dann sollen verschiedene Ideen verwirklicht werden: Kinderfeuerwehren könnten unter dem Dach und mit dem Versicherungsschutz des Landesfeuerwehrverbandes aufgebaut werden. „Sie sollen einen spielerischen Charakter haben, das Erleben von Freundschaft und persönlicher Herausforderung ermöglichen“, sagt Feuerwehrsprecher Holger Bauer. „Wir erhoffen uns dadurch einen gewissen Klebeeffekt.“

Außerdem soll es künftig eine Verwaltungs- und Logistik-Abteilung geben. Landesbrandmeister Radtke: „Wer sich nicht zutraut, eine Leiter hochzuklettern oder ein Atemschutzgerät zu tragen, kann andere Aufgaben erledigen. Jede Arbeitskraft, die gewonnen wird, entlastet die Kräfte, die Tag und Nacht ausrücken müssen.“

Der Landesbrandmeister rief alle Gemeinden auf, gemeinsam mit ihrer jeweiligen Feuerwehr die Entwicklung zu analysieren und sich um neue Mitglieder zu bemühen. Die Bürgermeister müssten dies überall zur Chefsache machen.

Neben dem demografischen Wandel bestimme der Trend zur Individualisierung und Privatisierung die Gesellschaft, sagte Innenstaatssekretär Bernd Küpperbusch auf der Versammlung. Das Ziel müsse nun sein, Begeisterung zu wecken. „Deshalb wird die Feuerwehr noch einmal die Werbung um neue Mitglieder verstärken“, so Radtke. Finanziert wird die Kampagne gegen den Mitgliederschwund vom Land – mit Geldern aus der Glücksspielabgabe. Mit einer neu gestalteten Internetseite (www.lfv-sh.de), die auch für Mobiltelefone optimiert ist, will der Landesfeuerwehrverband eine größere Leserschaft bei Jung und Alt gewinnen. Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag unterstützt die Wehren auf www.shz.de. „Alle Artikel über Einsätze und Arbeit der Feuerwehren werden in einem Dossier zusammengefasst und können auch im ePaper mit einem Klick aufgerufen werden“, erklärte Stephan Reußner, Verkaufsleiter Digitale Medien. „Dazu kommen Interviews mit Menschen, die berichten, was sie zum Eintritt in die Feuerwehr bewegt hat.“

„Die Feuerwehr gibt auch etwas zurück“, betonte Landesbrandmeister Radtke. „Eine tiefe innere Bestätigung gepaart mit fundierter technischer Ausbildung und jeder Menge sozialer Kompetenz.“



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