zur Navigation springen

Land rückt von Tunnel als Ersatz für Rader Hochbrücke ab

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schleswig-Holsteins Verkehrsstaatssekretär Nägele kündigt an: Wir bauen, was am schnellsten geht

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 12:55 Uhr

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer rückt von seiner Forderung ab, einen kombinierten Tunnel für Straße und Schiene als Ersatz für die altersschwache Rader Hochbrücke auf der A 7 bei Rendsburg zu bauen. Dem Land sei vor allem wichtig, dass möglichst rasch ein neues Bauwerk stehe, sagte Meyers sozialdemokratischer Parteifreund und Staatssekretär Frank Nägele auf einer Podiumsdiskussion in Berlin: „Es ist zweitrangig, ob das eine Brücke oder ein Tunnel wird – wir nehmen den Weg, der für uns der schnellste ist.“ Ein bisher nicht veröffentlichtes Gutachten hat ergeben, dass die gerade erst sanierte und vielbefahrene Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal womöglich nur noch zwölf Jahre hält. Heute debattiert der Landtag über das Thema.

Nicht zuletzt Bedenken von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) machen den von Meyer zunächst angeregten Bau einer kombinierten Unterquerung für Bahn und Autos unwahrscheinlich: „Einen Tunnel für Straße und Schiene zu bauen, wäre viel zu teuer – das kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Dobrindts Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) unserer Zeitung am Rande der Veranstaltung. Unter anderem müsste die Bahnlinie zwischen Nortorf und Schleswig teils neu gebaut werden. Allerdings muss für die Rendsburger Eisenbahnbrücke über den Kanal in 30 Jahren in jedem Fall ein Ersatz her.

Doch auch eine gute Nachricht hatte Ferlemann für Meyer und Nägele: Er sicherte zu, dass die Küstenautobahn A 20 trotz der Probleme beim Weiterbau ab Bad Segeberg und bei der Finanzierung des Elbtunnels bei Glückstadt in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans ab 2015 kommt: „Wir werden die ganze Strecke gut in den Verkehrswegeplan aufnehmen können – und wir werden das auch mit ausreichend Finanzmitteln hinterlegen“, sagte Ferlemann bei dem Parlamentarischen Abend, der sich vor allem um die A 20 drehte. Er forderte Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf, die Autobahn schnell zu Ende planen: „Dann kommt der Bund möglichst zügig mit seiner Finanzierung hinterher.“

Der Kieler Nägele kündigte darauf hin an, dass die Planung für den A 20-Tunnel bis Ende des Jahres abgeschlossen sein solle. Für die letzten Abschnitte zwischen Bad Segeberg und der Elbe werde es dagegen erst im Jahr 2016 Baurecht geben – wegen der gerichtlich verordneten Untersuchungen für einen besseren Schutz der Fledermäuse entlang der Trasse. Bis dahin will auch Niedersachsen alle Autobahnstücke von der Elbe bis Westerstede fertig geplant haben, versprach Nägeles Hannoveraner Amtskollegin und Parteifreundin Daniela Behrens: „An uns wird es nicht liegen, wenn die A 20 nicht gebaut werden kann.“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen