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Neue Störbrücke bei Itzehoe : Lack platzt ab – A23-Brücke wird erneut gestrichen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die erst 2010 fertig gestellte neue Störbrücke muss neu lackiert werden. Die Bauaufsicht verspricht keine Behinderungen für Autofahrer – und dass die Brücke rechtzeitig fertiggestellt wird.

Itzehoe | Der Blick geht in die Tiefe: Horst Raatz steht in 20 Metern Höhe über der Stör und schaut zwischen die Verbindung von Vorbrücke und Strombrücke. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn die geschlossen ist – ein Meilenstein. Dann ist es eine richtige Brücke“, sagt der Mann vom Landesbetrieb, Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein. Hier – im Zuge der A 23 in Itzehoe – überwacht er die Arbeiten an der wohl größten Brückenbaustelle Norddeutschlands. Noch in dieser Woche können die Arbeiter dann das erste Mal auf der zweiten Brücke von einem Ufer der Stör auf das andere laufen.

Die Autofahrer werden davon zunächst nicht viel mitbekommen, denn ihr Blick dürfte sich vor allem auf die Gerüste richten, die an der östlichen Brücke aufgebaut werden. Dort ist die äußere der drei Schichten für den Korrosionsschutz an vielen Stellen abgeplatzt. „Der Schaden ist eigentlich nur optisch, aber es ist ein Gewährleistungsmangel“, sagt Raatz. Deshalb muss die ausführende Firma den Schaden beheben. Der Steuerzahler hat keine zusätzlichen Kosten, der gesamte Lückenschluss an der A 23 verschlingt 140 Millionen Euro.

Eine Fläche von rund 19.000 Quadratmetern wird jetzt abgestrahlt und neu angestrichen werden, obwohl nur rund fünf Prozent davon bislang Schäden aufweisen, so Raatz. „Die Arbeiten können bis zum nächsten Herbst dauern“, sagt Kai Uwe Schacht vom LBV. „Trotzdem wird die Brücke rechtzeitig fertiggestellt.“ Ende 2015 soll es so weit sein. Der Verkehr auf der Baustelle werde bis dahin durch die zusätzlich anfallenden Arbeiten nicht beeinträchtigt, verspricht Schacht. Die Gerüste werden Stück für die Stück an der Brücke entlang aufgestellt.

Aber warum ist der frische Korrosionsschutz schon wieder abgeplatzt? Beim LBV ist man ein wenig ratlos. „Die Stahlteile wurden in gut temperierten Hallen mit dem Korrosionsschutz versehen, auf der Baustelle werden sie dann zusammengeschweißt und nachbearbeitet. Dort kommt dann auch erst die Deckbeschichtung drauf“, sagt Schacht. Möglicherweise seien die Unterschiede von Temperatur und Untergrund für das Abplatzen verantwortlich. Allerdings platzt der Schutz auch an anderen Stellen ab.

Horst Raatz hofft, dass bei der westlichen Brücke keine Schäden auftreten. „Bisher sieht alles gut aus.“ Auf dieser Seite sei aber auch ein anderer Rostanstrich verwendet worden, so Schacht.

Die Arbeiten an der Brücke, die die alte Störbrücke aus den 60er Jahren ersetzt, werden auch den Winter über weitergehen. Wie genau, das wird auch das Wetter mitbestimmen. Ziel sei es, auch die Notwege am Rand der Brücke bis zum Frühjahr fertigzustellen. Dort werden dann auch das Geländer sowie die Verkehrsschilder montiert. Dazu sind am Boden noch Bagger und Planierraupen unterwegs, die das Ufer der Stör wieder in den Urzustand versetzen sollen. Nur auf einigen Haufen sind noch die geschredderten Reste der alten Störbrücke zu sehen.

Seit 2006 wird an der Brücke gebaut – meist unter laufendem Verkehr. „Die Autofahrer machen das hier sehr gut mit“, sagt Horst Raatz. Auf anderen Baustellen werde schon mal mit Tüten oder Dosen nach Arbeitern geworden. „Das haben wir hier zum Glück noch nie erlebt“, sagt Raatz. Er freut sich auf den Tag, wenn der Verkehr über beide Brücken laufe. „Das wäre dann der letzte Meilenstein.“

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erstellt am 29.Okt.2014 | 12:00 Uhr

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