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Kritik an Ministerin Wende von einer Amtsvorgängerin

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2014 | 14:09 Uhr

Die Pläne zur Reform der Lehrerausbildung sorgen seit Wochen für Streit – nicht nur zwischen den Universitäten Kiel und Flensburg, sondern auch in der Politik. Die Opposition macht die parteilose Bildungsministerin Waltraud Wende für den regionalpolitischen Konflikt verantwortlich und fordert deren Rücktritt. Zuletzt kam es kurz vor Ostern zu einer heftigen Debatte im Landtag. Jetzt übt auch Wendes sozialdemokratische Vorvorgängerin Ute Erdsiek-Rave Kritik an der Amtsinhaberin.

Erdsiek-Rave bemängelt, dass es erst gestern zu einem gemeinsamen Gespräch des Ministeriums mit den Universitäten Kiel und Flensburg über die künftige Organisation der Lehrerausbildung im Land gekommen ist. Zwar unterstütze sie Wendes Reformpläne für die Umstellung der Lehrerausbildung auf einen Studiengang für Grundschulen einerseits und einen für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen andererseits, sagte Erdsiek-Rave gestern unserer Zeitung: „Inhaltlich ist das der richtige Weg.“ Doch hätte Wende beide betroffenen Hochschulen von vornherein in ihr Vorhaben mit einbeziehen müssen: „Wenn ich Erfolg mit einer solchen Reform haben will, dann setze ich mich am besten mit allen Beteiligten zusammen, um gemeinsam eine Lösung zu finden“, sagte Erdsiek-Rave, die heute als Moderatorin des Netzwerks Bildung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung arbeitet sowie für die Deutsche Unesco-Kommission. Ministerin Wende hatte die Uni Kiel zunächst nicht über den Umfang des geplanten Ausbaus der Lehrerausbildung in Flensburg informiert und das mit den Worten kommentiert: „Ich muss den Kieler Uni-Präsidenten nicht fragen, wenn ich in Flensburg etwas verändern will.“

Nach Wendes aktuellen Plänen, die von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) im Landtag vehement unterstützt wurden, sollen in Flensburg künftig Sekundarlehrer in 13 Fächern ausgebildet werden. Im Herbst hatten Ministerium und die beiden Universitäten allerdings nur sieben vereinbart. Die Uni Kiel sah daher wegen fehlender Rücksprache den Konsens gebrochen und befürchtet die Verlagerung von Kapazitäten nach Flensburg.

Jetzt seien die beiden Hochschulen jedoch bemüht, den Dialog auf einer sachlichen Ebene fortzusetzen und sich aus dem politischen Geschacher zurückzuziehen, erklärte Kiels Uni-Präsident Gerhard Fouquet gestern nach dem zweistündigen Gespräch mit seinem Flensburger Amtskollegen Werner Reinhart und Bildungsstaatssekretär Rolf Fischer (SPD). „Die Türen sind für Gespräche aufgestoßen“, sagte Fouquet. Allerdings rechne er nicht mit einem schnellen Ergebnis: „Das kann noch Wochen brauchen.“

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