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Einbrüche, Anschläge, Übergriffe : Kriminalstatistik: Wie sicher sind SH und Hamburg?

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Einbrüche, sexuelle Übergriffe, Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte - Verbrechen haben in den letzten Monaten oft Schlagzeilen gemacht.

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) und das Landeskriminalamt stellen am Montag in Kiel die polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vor. Studt wird ausführlich darlegen, wie sich die Kriminalität in den einzelnen Deliktfeldern entwickelt hat. Die Angaben werden in diesem Jahr mit besonderer Spannung erwartet, weil es gerade in den vergangenen Monaten viele Berichte zum Beispiel über eine Zunahme von Einbruchsdiebstählen oder über sexuelle Übergriffe gab.

Die gefühlte Sicherheit nimmt bei vielen Menschen ab - manche rüsten sich mit Pfefferspray und Co auf oder gründen Bürgerwehren. Die Kriminalstatistiken für SH und Hamburg können ein objektiveres Bild liefern.

Im Jahr 2014 hatte die Polizei in Schleswig-Holstein 202.300 Straftaten aufgenommen und damit 1,2 Prozent mehr als 2013. Die Aufklärungsquote war mit 51,2 Prozent die höchste seit zehn Jahren.

In den vier Jahren zuvor war die Zahl der registrierten Fälle jeweils gesunken. Bei einer Zunahme um 80 Prozent trugen 2014 fast 7800 Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht wesentlich dazu bei, dass die Gesamtzahl der Delikte stieg. Dieses Beispiel zeigt, wie relativ die Aussagekraft solcher Jahresstatistiken sein kann.

Im Herbst 2015 hatte unter anderem eine starke Zunahme von Wohnungseinbrüchen Unruhe ausgelöst. So registrierte die Polizei in der Woche vom 16. bis 22. November mit 307 Fällen den höchsten Wochenwert seit vier Jahren. 2014 hatte die Polizei laut Kriminalstatistik rund 7500 Wohnungseinbrüche bearbeitet. Das entsprach einem Wochenschnitt von 144.

Kriminalität in Hamburg

Im Dezember wurden zwei Mongols-Mitglieder in einem Taxi angeschossen, Anfang Januar dann wurde die Soko

Im Dezember wurden zwei Mongols-Mitglieder in einem Taxi angeschossen, Anfang Januar dann wurde die Soko „Rocker“ gebildet. 

Foto: dpa
 

Auch Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer stellen gegen 13 Uhr die polizeiliche Kriminalstatistik für 2015 vor. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Straftaten in der Hansestadt zugenommen hat. Vor allem Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle seien häufiger verübt worden, sagte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Jan Reinecke. Die Aufklärungsquote habe sich nach seiner Kenntnis insgesamt leicht verbessert.

Positiv hob er die Bemühungen der Sonderkommission „Castle“ hervor. Im Umland sei die Zahl der Einbrüche drastisch angestiegen, etwa in den Kreisen Stormarn und Pinneberg um etwa 50 Prozent. In Hamburg habe die Soko Schlimmeres verhindern können. In Schleswig-Holstein hatten die Einbrüche im vergangenen Jahr landesweit um rund 15 Prozent zugenommen, in Niedersachsen um gut 13 Prozent.

Mit mehr Straftaten rechnete Reinecke auch im Bereich der Rocker-Kriminalität. Allerdings seien derartige Straftaten - ebenso wie Drogenvergehen - Kontrolldelikte. Das heißt, je mehr die Polizei kontrolliert, umso mehr Straftaten deckt sie auf.

Kaum eine Rolle spielen dürften in der Statistik sexuelle Übergriffe in der Art, wie sie seit Neujahr intensiv öffentlich diskutiert werden. Wie auf den Anstieg bei den Einbrüchen hatte die Hamburger Polizei auch auf die Rocker-Kriminalität und die massenhaften sexuellen Übergriffe mit Sonder-Ermittlungsgruppen reagiert.

Nach Einschätzung von Reinecke ist die Hamburger Kriminalpolizei aber nur „bedingt einsatzbereit“: „Ein großer Fehler wäre es jetzt, gegenüber den Medien und damit stellvertretend gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt weiterhin eine Welt vorzugaukeln, in der jeder Straftäter für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird“, warnte der Gewerkschafter.

Nicht nur die personelle Ausstattung müsse verbessert werden: „So sind die Internetzugänge an den Arbeitsplätzen der Kriminalbeamten nach wie vor kaum für die tägliche Ermittlungsarbeit zu gebrauchen, ferner fehlen wichtige Datenschnittstellen zum Austausch von Informationen mit anderen Länderpolizeien und dem BKA, und die verwendeten Datenbanksysteme zur Analyse und Auswertung sind überaltert“, erklärte Reinecke.

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erstellt am 07.Mär.2016 | 09:39 Uhr

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