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Krankenkasse: Ältere Mitarbeiter sind selten krank – dafür aber länger als jüngere Kollegen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Aok: Krankenstand im Norden steigt

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2014 | 12:44 Uhr

Der demographische Wandel macht sich nicht nur bei der Zahl der Abc-Schützen und der neuen Azubis bemerkbar, sondern auch beim Krankenstand in den Betrieben. Seit 1990 ist der Anteil der über 50- jährigen Arbeitnehmer von 23 Prozent auf heute 31 Prozent angestiegen – und die älteren sind auch in Schleswig-Holstein zwar seltener, dafür aber deutlich länger krank als ihre jüngeren Kollegen. So liegt in der Gruppe der 30- bis 34-Jährigen der Durchschnitt bei 9,1 Fehltagen pro Fall. Bei den 60- bis 64-Jährigen sind dies bereits 23,7 Tage.

Die Folge: Der Krankenstand bei den rund 280 000 versicherten Arbeitnehmern der AOK in Schleswig-Holstein ist im vergangenen Jahr von 5,2 Prozent auf 5,4 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich über dem Bundesschnitt von 5,1 Prozent. Laut aktuellem Fehlzeiten-Report waren die AOK-Versicherten im Norden im Schnitt 19,6 Tage krankgeschrieben – 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Am wenigsten Fehltage hatten die Dithmarscher mit 4,6 Prozent und die Nordfriesen mit 4,7 Prozent. Am häufigsten waren die Arbeitnehmer in den kreisfreien Städten Neumünster (5,9 Prozent), Lübeck (5,7 Prozent) und Kiel (5,6 Prozent) krank. Aber auch in den Kreisen Stormarn und Segeberg fehlen die Arbeitnehmer überproportional häufig.

„Vor allem Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen unverändert die meisten Fehltage“, sagte AOK-Chef Martin Litsch gestern in Kiel. Mit 22,8 Prozent liegt deren Anteil an den gesamten Fehltagen mit großem Abstand an erster Stelle. Auf den zweiten Platz aufgerückt sind die Atemwegserkrankungen mit 11,5 Prozent – auch wegen der Erkältungswelle Anfang des Jahres 2013. Auf den dritten Platz folgen Verletzungen mit 11,3 Prozent. Bei den psychischen Erkrankungen wurde der Anstieg der vergangenen Jahre erstmalig gebremst.

Da das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer weiter steigt – der Scheitelpunkt wird um 2022 erwartet – bekommt laut Litsch die betriebliche Gesundheitsförderung einen besonderen Stellenwert. „Für die Betriebe lohnt sich das Engagement, weil sie damit die Produktivität verbessern“, sagt der AOK-Chef. So könnten krankheitsbedingte Fehlzeiten und Lohnnebenkosten reduziert werden.

Allerdings ist der Anteil der Ü 50-Beschäftigten je nach Branche unterschiedlich hoch. Besonders geringe Anteile über 50-jähriger Mitarbeiter gibt es aktuell im Bereich Information und Kommunikation (21 Prozent), in der Baubranche (23 Prozent) sowie im Handel (25 Prozent).

Dagegen ist der Anteil älterer Mitarbeiter in der öffentlichen Verwaltung mit 38 Prozent schon heute besonders hoch – genauso wie der Krankenstand mit 6,2 Prozent. Zum Vergleich bei Banken und Versicherungen fehlen im Schnitt nur 3,3 Prozent der Belegschaft – also halb so viele wie im öffentlichen Dienst.

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