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Brennelemente ausgetauscht : Kernkraftwerk Brokdorf darf wieder ans Netz

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Revision ist abgeschlossen, das Kernkraftwerk Brokdorf kann wieder angefahren werden. Der zuständige Umweltminister Robert Habeck bedauert, dass sein Ministerium die Zustimmung geben musste.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 17:16 Uhr

Brokdorf | Die Atomaufsicht des Energiewendeministeriums Schleswig-Holstein hat die Zustimmung zum Wiederanfahren des Kernkraftwerks Brokdorf erteilt. „Die Anlage kann damit nach Abschluss des jährlichen Brennelementwechsels und der damit verbundenen Jahresrevision wieder ans Netz gehen. Eine andere Entscheidung kann die Atomaufsichtsbehörde leider nicht treffen. Wir sind an Recht und Gesetz gebunden“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Betreiber Eon zögert nicht lange: „Wir fahren das Kraftwerk jetzt an und werden dann morgen im Laufe des Tages am Netz sein“, sagte Eon-Sprecherin Petra Uhlmann.

Bis Ende 2021 darf in dem Atomreaktor an der Elbe Strom produziert werden. Habeck lotet die Möglichkeiten aus, den Meiler früher abzuschalten, hält die Chancen aber derzeit für gering: „Erfolgreich kann dieser Weg wohl nur politisch über eine Änderung des Atomgesetzes beschritten werden. Das setzt entsprechende politische Mehrheiten im Bund voraus.“

Am 10. August war Brokdorf zur Revision vom Netz gegangen. Während des Stillstands der Anlage wurden 44 neue Brennelemente in den Reaktordruckbehälter geladen. Außerdem gab es Prüfungen, Instandhaltungsarbeiten und Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit. Dabei gab es laut Ministerium zwei meldepflichtige Ereignisse. Einmal wurden sichtbare Schäden an Brennelementen festgestellt, die vor ihrem Einsatz noch behoben werden müssen. Beim anderen Mal war ein Magnetantrieb eines Ventils an einer Hauptkühlmittelpumpe defekt und wurde ausgetauscht.

Bevor die Atomaufsicht das Wiederanfahren des Kernkraftwerks genehmigen konnte, mussten die Mitarbeiter über einen Antrag entscheiden. Ein Brokdorfer hatte darin gefordert, die Genehmigung zum Wiederanfahren zu versagen. Der Antrag wurde abgelehnt, wie Minister Habeck erläutert: „Die rechtlichen Voraussetzungen sind dafür nicht erfüllt. Daran ändert auch das Urteil des OVG Schleswig vom 19. Juni 2013 zum Zwischenlager Brunsbüttel nichts.“

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