Keine Panik!

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02. Februar 2013, 01:14 Uhr

Kennen Sie den Buch-Fink? Nein, falsch. Nicht den Singvogel. Viel größer. Thorsten heißt der und ist Trainer des HSV. Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme hat der Chef seine Kicker vor dem Derby am vergangenen Sonntag gegen Werder eingeschworen. Fink las aus einem Buch. Das sollte zwar nicht in der Öffentlichkeit bekannt werden, aber im Rausch des Sieges hatte das Heung Min Son verraten. Erst zierte sich Fink, dann nannte er doch Titel und Autor: Den Brasilianer Paulo Coelho mit seinem Werk "Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt". Fink wiegelte gleichzeitig ab, will bloß nicht als Literat in den Sport-Gazetten stehen. Dennoch: "Denn nur dem, der den Mut hat, den Weg zu gehen, offenbart sich der Weg" - Heung Min Son hat das mit seinem Alleingang und dem folgenden Traumtor erstklassig umgesetzt. Und dann wäre da noch der Schütze des dritten Hamburger Tores, Artjoms Rudnevs: "Er hat getan, was zu tun war. Er hat sich nicht von der Angst lähmen lassen - selbst wenn der Pfeil das Ziel nicht getroffen hat, wird ihm eine neue Gelegenheit gegeben werden, denn er ist nicht feige gewesen." Zweimal hat der Lette vorbei geballert, dann getroffen ... Jetzt also auch der Udo - äh - Udddo. Panik-Rocker Udo "Die Nachtigall" Lindenberg schreibt seit dieser Woche auch beim Kurznachrichtendienst Twitter. Er verspricht "die neusten Paniknews von meinen Geheimräten, aber auch mal einen Auszug von nem Selbstgespräch, alles ist möglich". Das alles nicht immer grammatikalisch korrekt, dafür aber echt Udo. Über 1900 Fans finden das schon ziemlich knorke. Nachdem er ja seit einiger Zeit schon fröhlich auf Facebook postet, kann es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis erste Eierlikör-Bildchen von ihm bei Instagram auftauchen. Dem sozialen Netzwerk für Fotoliebhaber. Jetzt aber. Carsten "Die Elster" Spengemann, berühmt-berüchtigt als DSDS-Moderator und Dschungelcamp-Kandidat, bekommt seine eigene Show. Spengemann kündigte die "spektakulärste Radioshow Deutschlands" bei Markus Lanz an: "Das hat es in der deutschen Radiolandschaft noch nicht gegeben". Und genau das könnte der Casus knaxsus sein. Wird es sie geben? Sagen wir mal, mit der Wahrheit nimmt es der Hamburger nicht soooo genau. Dass Spengemann immer noch seine Unschuld beteuert, obwohl er vom Amtsgericht zu 40 000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, weil er seiner Freundin einen Cartier-Ring gestohlen haben soll, das sei an dieser Stelle nicht erwähnt. Das aber schon: Vor einem halben Jahr kündigte die Elster in der Presse an, die "Morning Show" bei Alster Radio zu übernehmen. Der Sender dementierte: "Wir haben ihm längst abgesagt. Ich verstehe nicht, warum er jetzt erzählt, dass er die Sendung übernimmt." Ein Serientäter? Vor zehn Jahren hatte der Moderator auf seiner Homepage angegeben, dort einst ein Volontariat gemacht zu haben. Das Volo entpuppte sich als Praktikum. Aber jetzt. Ab Donnerstag sitzt der Hamburger hinter dem Mikro des Internetradios Reeperbahn. Nur 200 Meter weiter befindet sich der Hans-Albers-Platz. Spengemann hatte einst ebenfalls behauptet, er sei ein Enkel des legendären Schauspielers Hans Albers. Die Familie dementierte. Und den Beweis dafür blieb er bis heute schuldig.

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