Kampf um die Dorfschulen

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26. Januar 2013, 01:14 Uhr

Kiel | Neuer Druck auf die Landesregierung: 50 Eltern und Kinder haben gestern für den Erhalt von Dorfschulen vor dem Landeshaus demonstriert. "Das Land darf nicht riskieren, dass der ländliche Raum benachteiligt wird", sagte Sandra Neukamm (Foto links), Sprecherin des Netzwerks der Dorfschulen in Schleswig-Holstein, die Ministerpräsident Torsten Albig (rechts) ihre Forderungen erklärte. Die Eltern wollen mehr Mitsprache bei Schließungen von Schulen, flexiblere Mindestgrößen und Investitionen in die Bildung auf dem Land. 100 Grundschulen könnten wegen sinkender Schülerzahlen in den nächsten Jahren geschlossen werden, fürchten sie.

Albig sagte, dass er alles tun werde, um Schulen so nah an den Kindern zu halten wie möglich. "Das ist nicht eine beliebige Kostenstelle." SPD-Bildungsexperte Kai Vogel ist da defensiver: "In der Vergangenheit sind die Möglichkeiten weitgehend ausgeschöpft worden, kleine Grundschulstandorte als Außenstellen größerer Schulen am Leben zu erhalten." Der SSW meint, Schulen, in denen die Qualität nicht gehalten werden könne, müssten schließen. Sven Krumbeck (Piraten) sagte: "Wir wollen die Schulen im Dorf lassen." Die Grünen wollen prüfen, ob sie EU-Mittel für die Dorfschulen einsetzen können. Die FDP will Lehrerstellen nicht einseitig für Differenzierungsstunden an Gemeinschaftsschulen verwenden, sondern einen Teil davon in die Grundschulen geben.

CDU-Bildungsexpertin Heike Franzen erklärte: "Für die Forderung des Netzwerks nach zusätzlichen Stellen für kleine Schulen sehe ich fürs kommende Schuljahr schwarz."

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