Kameras sollen Bahnhöfe sicher machen

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26. Januar 2013, 01:14 Uhr

Kiel | Müssen unsere Bahnhöfe künftig rund um die Uhr per Video überwacht werden, um Anschläge radikaler Fanatiker zu verhindern? Die Piraten im Kieler Landtag sagen "nein". Die Überwachung beeinträchtige die Privatsphäre, erhöhe keinesfalls die Sicherheit und koste viel Geld, gab Fraktionschef Patrick Breyer zu bedenken.

Besser sei es, vorzubeugen - etwa durch eine Belebung und gut einsehbare bauliche Gestaltung von Bahnhöfen, eine Beseitigung der Verschmutzungen und mehr Präsenz von Sicherheitspersonal. Bei der von ihnen angeregten Debatte zum Thema im Landtag bekamen die Piraten gestern Schützenhilfe von den Grünen und der FDP. So meinte der Grüne Burkhard Peters, die Installation von Kameras sei "ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Überwachungsgesellschaft".

Die anderen Fraktionen stellten sich hinter den Vorschlag von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) der sich nach dem gescheiterten Attentat auf dem Bonner Hauptbahnhof für mehr Überwachungskameras aussprach, die bei der Aufklärung solcher Verbrechen hilfreich seien. Unions-Mann Axel Bernstein hob den Abschreckungs-Effekt hervor. Lars Harms (SSW) schlug in die selbe Kerbe: "Täter lassen sich nämlich ungern beobachten und weichen auf andere Plätze aus, wenn sie Kameras bemerken."

Das bezweifelt Innenminister Breitner (SPD) zwar, hält Kameraraufzeichnungen aber als Beweismittel für sinnvoll, da damit "Täter wirksam überführt werden können". Wo Kameras aufgehängt werden, müsse immer im Einzelfall anhand der Situation vor Ort entschieden und dauerhaft überprüft werden, so Breitner.

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