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Irrfahrt: Fünen statt Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rentnerehepaar war 18 Stunden lang verschollen

Sie wollten ihre Tochter in Flensburg von der Arbeit abholen – und verschwanden. Erst 18 Stunden später ist ein Rentnerehepaar aus Wees (Kreis Schleswig-Flensburg) wieder aufgetaucht: Und zwar auf der dänischen Insel Fünen, 160 Kilometer vom ursprünglichen Ziel entfernt. Ihr Mercedes stand mit einer Panne am Straßenrand. „Beide sind entkräftet aber wohlbehalten“, sagte Polizeisprecher Matthias Glamann über das Ende einer äußerst ungewöhnlichen Irrfahrt.

Die Sorge um Gerhard (83) und Gertrud I. (84), die vergangenes Jahr diamantene Hochzeit gefeiert hatten, war groß gewesen, denn beide galten als äußerst zuverlässig. Am Dienstagabend um 19.15 Uhr wollten sie ihre Tochter am Einkaufszentrum Fördepark in Flensburg abholen. „Als meine Eltern nicht kamen, bin ich mit dem Taxi nach Hause gefahren“, berichtet die Tochter unserer Zeitung. Dort sah sie dann: Das Auto stand nicht im Carport. „Mit einer Nachbarin habe ich mich sofort auf die Suche gemacht.“ Die Tochter hatte bereits das richtige Gespür bewiesen und war auch über die dänische Grenze gefahren, jedoch ohne Erfolg.

Ein Handy hatte das Ehepaar nicht dabei und auch kein Navigationssystem. Die Polizei gab eine Vermisstenmeldung heraus und veranlasste eine Rundfunkdurchsage. Ein Autofahrer meldete daraufhin gestern, dass er den älteren roten Mercedes 190 in Odense auf Fünen verlassen am Straßenrand entdeckt habe. Eine halbe Stunde später erschien das vermisste Ehepaar dann an einer Tankstelle und bat um Hilfe. „Dort konnten sie sich allerdings nicht verständigen“, so Polizeisprecher Glamann. Der Verkäufer habe daraufhin die Polizei gerufen.

Jetzt konnte die Tochter ihre Eltern wieder in die Arme schließen. „Der Hintergrund der Reise ist unklar“, heißt es bei der Polizei. Die Tochter sagt: „Bei meiner Mutter gibt es Anzeichen von Demenz, aber mein Vater ist eigentlich fit im Kopf. Er hat sich sonst nie verfahren.“

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