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Intelligente Müllwagen: Hamburg plant elektronische Revolution

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) will Hamburg zur „Smart City“ machen – zu einer „klugen und vernetzten Stadt“ also, die Unternehmen wie Bürgern das Leben erleichtert. Das technische Rückgrat dafür soll der US-Netzwerk-Gigant Cisco beisteuern, eine entsprechende Absichtserklärung haben der Senat und das Unternehmen nun im Rathaus unterzeichnet. Scholz räumte dabei ein, unter dem Begriff „Smart City“ lasse sich so ziemlich alles und nichts verstehen. Aber: „Es geht darum, das weiter zu treiben, was Hamburg schon immer ausgezeichnet hat: die Verbindung von technologischem und sozialen Fortschritt.“ Mit etlichen Pilotprojekten lege Hamburg derzeit die Fundamente „für eine Stadt, die Technologie nutzt, um Ressourcen zu schonen und bürgernäher zu sein“. Auch Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) versprach: „Die Vernetzung von Menschen, Prozessen, Daten und Objekten wird auch den Bürgern mehr Komfort und damit Lebensqualität bieten.“ Cicso soll die Rolle des Hard- und Softwarelieferanten zukommen. Der Konzern mit Sitz in Kalifornien (75 000 Mitarbeiter) ist einer der globalen Marktführer bei der Datenermittlung und -übertragung sowie deren Verknüpfung und Verarbeitung in IT-Systemen.

Konkret will Hamburg ein immer engeres Netz von Sensoren, Datenleitungen und Computern spinnen, um zunächst in den Bereichen Verkehr, Energieeinsparung und Bürgerservice eine neue Dimension zu erreichen. Im Mittelpunkt steht aktuell der Hafen. Mit Hilfe einer engmaschigen Erfassung der Verkehrsflüsse und des Transfers zu Spediteuren und Truckern will die Hafenbehörde Staus auf den überfüllten Routen verringern. So werden in einem Pilotprojekt drei Lkw-Parkplätze mit Sensoren ausgestattet, die Fahrer erhalten Statusmeldungen aufs Smartphone.

Der Kattwykdamm ist als Vorzeigeprojekt für vernetzte Verkehrslenkung ausersehen. Dafür erhält die Straße eine intelligente Steuerung von Ampeln und Beleuchtung. Heißt: Die Straßenlaternen werden automatisch gedimmt, sofern Autoscheinwerfer für ausreichende Ausleuchtung sorgen. Nach einem ähnlichen Prinzip könnten Müllwagen darüber informiert werden, welche Abfalltonnen voll sind und nur diese zur Leerung anfahren.

Nicht gekannte Möglichkeiten soll die neue Netzwerkwelt auch den Bürgern bringen. So ist im Alstertaler Einkaufszentrum AEZ in Poppenbüttel ein „virtueller Bürgerkiosk“ vorgesehen. Hamburger sollen dort ihre Amtsgeschäfte beim Shoppen erledigen können, der Behördenmitarbeiter wird per Videoleitung zugeschaltet.

Weitere mögliche Projekte sind intelligente und energiesparende Gebäudetechnik sowie Elektromobilität in der HafenCity. Welcher der Blütenträume reifen, will die Stadt im Juni festlegen. Erst dann ist auch klar, was Hamburg die elektronische Revolution kosten wird.

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