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Innensenator enttäuscht: Nicht einmal die Hälfte der Straftaten aufgeklärt

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hamburgs Innensenator redete nicht um den heißen Brei herum. „Das ist kein Ruhmesblatt“, kommentierte Michael Neumann (SPD) die erneut magere Aufklärungsquote seiner Polizei. Zwar ist der Wert im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 wieder leicht angestiegen, dennoch bedeuten 43,7 Prozent aufgeklärte Verbrechen eine Enttäuschung. Was auch für die Gesamtschau der gestern vorgelegten Verbrechensstatistik für 2013 gilt. Um 4,6 Prozent ist die erfasste Kriminalität in der Hansestadt angestiegen, insgesamt registrierte die Polizei 238 019 Fälle. Vor allem Diebstähle, Betrugsfälle und Internet-Delikte haben deutlich zugenommen.

Wie immer bei Kriminalitätsstatistiken skizziert jedoch auch diese Bestandsaufnahme gleichzeitig mehrere negative und positive Entwicklungen im Kampf gegen das Verbrechen. Sorgen bereitet den Hamburger Ermittlern zurzeit der Anstieg der Raubtaten um knapp sieben Prozent auf 3046 Fälle. Die Zunahme geht vor allem auf Straßenraube zurück, allein auf St. Pauli gab es ein Plus von 87 Fällen. Dabei hatten es die Täter in erster Linie auf teure Smartphones abgesehen, berichtete der Leiter des Landeskriminalamtes, Thomas Menzel.


Internet-Kriminalität nimmt zu


Erschreckend hoch fällt die Zunahme bei der festgestellten Internetkriminalität aus, die im vergangenen Jahr um ein glattes Drittel auf fast 7300 Taten anzog. Immer häufiger erpressen Kriminelle Geld mit der „Ransomware-Methode“, bei der sie ihren Opfern mit der Sperrung des Computers drohen. Cyber-Crime bleibe eine große Herausforderung für die Polizei, räumte Neumann ein. Bei Wirtschaftsdelikten betrug der Anstieg sogar fast 50 Prozent auf rund 2000 Fälle. Dabei entstanden Schäden von zusammen 33 Millionen Euro; 2012 hatte die Summe jedoch noch bei 70 Millionen gelegen.

Erfreulicher ist der Trend bei Autoaufbrüchen, die um fast 1000 Fälle (-5,8 Prozent) auf knapp 16 000 Taten zurückgingen, der niedrigste Stand seit mehr als 40 Jahren. Auch die registrierten Wohnungseinbrüche waren rückläufig (-2,4 Prozent). Und: Bei knapp 7000 Fällen scheiterten die Einbrecher rund 3000-mal. Neumann: „Das ist erfreulich. Es zeigt sich: Eine gute Sicherung der eigenen vier Wände zahlt sich aus.“ Minuszeichen vor den werten gibt es auch bei einigen besonders öffentlichkeitswirksamen Deliktfeldern. Die Gewaltkriminalität sank insgesamt ganz leicht um 0,2 Prozent auf 8665 Fälle. Gefährliche und schwere Körperverletzungen gingen um 2,8 Prozent zurück, Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen um knapp zehn Prozent auf 156 Fälle. Tötungsdelikte (Mord, Totschlag) nahmen gar um rund ein Viertel auf 56 Taten ab, 13 davon vollendete. Bis auf eine wurden alle Tötungsdelikte aufgeklärt.



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erstellt am 13.Feb.2014 | 12:52 Uhr

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