Initiative will Noten an Grundschulen kippen

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13. März 2014, 15:50 Uhr

Nie mehr Noten an der Grundschule – das fordert eine Initiative, die sich in Schleswig-Holstein formiert hat. Noten seien nicht geeignet, Leistungen „sinnvoll zu beurteilen“, sagte die Vorsitzende der Aktion Humane Schule, Angelika Klaska, in Kiel. Schüler sollten angstfrei lernen und ihr Potenzial ausschöpfen können, „egal, was am Ende der Schule dabei herauskommt“.

Bisher gibt es an Grundschulen bis zur 3. Klasse Berichtszeugnisse. Bildungsministerin Waltraud Wende will Ziffernnoten auch in der 4. Klasse kippen. Das letzte Wort sollen jeweils die Schulkonferenz haben. Daneben können Gemeinschaftsschulen in den Klassen 5 bis 7 auf Ziffernnoten verzichten.

Studien hätten belegt, dass Noten weder objektiv noch verlässlich oder fair seien, begründete die Initiative ihren Vorstoß. Über Noten würden Schüler „selektiert“. Dies verstärke Konkurrenz und mindere die Lernleistung. Schlechte Noten führten zu Schulversagen, gute Noten hätten nicht selten zur Folge, „dass sich Kinder nicht mehr anstrengen“. Zudem passe das Notensystem nicht zum Ziel der inklusiven Schule, in der behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen sollen. Zu der Initiative gehören auch der Grundschulverband sowie die Aktion Humane Schule in Schleswig-Holstein.

Die CDU-Bildungspolitikerin Heike Franzen lehnte die Forderung ab. Erst Noten gäben Kindern und Eltern die notwendige Rückmeldung über den Leistungsstand. Zudem gebe kein Lehrer heute noch eine Note ohne Erläuterung. Anita Klahn (FDP) nannte die Argumente des Bündnisses wenig überzeugend: „Das spätere Berufsleben erfordert auch Leistung und Bewertung“, sagte Klahn. Anke Erdmann von den Grünen spürt mit dem Vorstoß Rückenwind für die im Kultusministerium geplanten Neuregelungen. Kompetenzzeugnisse gäben oft ein viel genaueres Bild vom Leistungsstand der Kinder, so Erdmann.

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