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Immer mehr Störche überwintern in Europa

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zahl der Brutpaare in Schleswig-Holstein gestiegen – viele Jungvögel überlebten Unwetter nicht

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2013 | 12:20 Uhr

Freude bei den Naturschützern: In Schleswig-Holstein haben in diesem Jahr 271 Paare genistet – und damit deutlich mehr als 2012. Da waren es nur 248. Bedauerlich sei aber der Anteil der toten Jungstörche, erklärte der Referent Storchenschutz im Naturschutzbund (Nabu), Uwe Peterson, auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Storchenschutz in Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg). Von 581 geschlüpften Küken starben 161 – hauptsächlich durch Unwetter. Besonders hoch war die Todesrate in den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland mit über 50 Prozent. Im Ostholsteiner Raum lag sie nur bei unter 10 Prozent.

Erfreulich sei, dass in den letzten Jahren viele Nester erneuert wurden und in einigen Regionen neue errichtet wurden, vielfach mit Erfolg, so Peterson. Jedes Storchenpaar verfüge jetzt statistisch gesehen über ein Ersatznest. Auch die Zahl der Storchenpaare in den Wildparks wie Hitzhusen, Wyk auf Föhr, Eekholt oder St. Peter Ording hat zugenommen, insgesamt von 54 im Vorjahr auf 63 mit 48 Jungstörchen im Jahr 2013.

Immer mehr Störche bleiben den Winter über in Europa, wie Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto Institut des Nabu in Bergenhusen sagte. Sie ziehen nur nach Südspanien und sparen so über 2000 Kilometer Flug, teilweise ernähren sie sich auf Mülldeponien. Die Überlebensrate der Tiere steigt durch den verkürzten Flug und mehr Störche kommen wieder zurück in ihre Brutgebiete.

Seit fünf Jahren werden Störche aus Schleswig-Holstein mit Sendern ausgestattet. Die übertragen über Satellit genaue Positionsdaten. Ziel des Projektes ist es, die Zugwege der Weißstörche zu erforschen und anhand dieser Daten den Einfluss von Klimaveränderungen zu erklären. „Die Niederschlagsmenge während der Regenzeit ist ausschlaggebend und hat damit Einfluss auf die Bedingungen für rastende Weißstörche und ihre Überlebensraten“, sagt Kai-Michael Thomsen.


Storch wegen Spionage in Ägypten festgehalten


Jetzt sind sieben Störche aus Schleswig-Holstein mit Sendern ausgerüstet und unterwegs in die Winterquartiere in Südspanien, im Tschad und dem Sudan. Manche Störche legen am Tag bis zu 600 Kilometer zurück. Auch in Schweden, Polen, der Schweiz und Israel sollen große Forschungsprojekte über das Storchenverhalten Aufschluss geben. Für die Auswertung werden alle Daten in einer internationalen Datenbank gesammelt. Hier erreichte die Forscher auch die Meldung, dass ein in Ungarn beringter Storch, der mit einem Sender ausgerüstet war, in Ägypten eingefangen und festgehalten wurde – wegen Verdachtes, er sei für einen Spionageauftrag eingesetzt worden.


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