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Imbiss-Betreiber stirbt nach Streit in Sylter Bar

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erstellt am 14.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Westerland | Nach einer Schlägerei in einer Bar in Westerland auf Sylt ist ein 57-jähriger japanischer Koch und Imbiss-Betreiber gestern im Krankenhaus gestorben. Die Flensburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Miki Nozawa (Foto), der seit April den japanischen Imbiss Nozawa gegenüber vom Westerländer Bahnhof betrieben hatte, war in der Nacht zu Sonntag in einer Table-Dance-Bar in Westerland in einen Streit mit zwei Männern (50 und 36 Jahre) geraten. Kurz nach 2 Uhr kam es zwischen den Männern zu einer körperlichen Auseinandersetzung vor der Bar, teilte die Flensburger Staatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt mit. Im Laufe dieser Schlägerei erlitt Nozawa "schwerste Gehirnblutungen und innere Verletzungen", berichtete die Ex-Frau des Verstorbenen unserer Zeitung. Sie und Nozawas 15-jähriger Sohn waren am Sonntag von ihrem Wohnort Berlin auf die Insel gekommen und zeigten sich entsetzt: "Mein Ex-Mann war nicht aggressiv, ein absolut gutmütiger Mensch", betont seine Ex-Frau, "er hätte niemals eine Prügelei angefangen."

Sie ist besonders betroffen, dass auf der Insel das Gerücht kursiert, Nozawa sei von den beiden Männern deshalb verprügelt worden, weil sie mit dem Essen in seinem Imbiss nicht zufrieden waren. "Wir haben gehört, dass die Männer ihre zehn Euro wiederbekommen wollten. Wir sehen das als rassistischen Akt." Schon früher sei Nozawa auf der Insel als "Schlitzauge" beschimpft worden.

Ob das wirklich der Hintergrund der Tat war, wollte die Sylter Kriminalpolizei gestern nicht bestätigen. Auch bei der Staatsanwaltschaft in Flensburg hält man sich mit Einzelheiten bedeckt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Auseinandersetzung und des Tatherganges dauern an, heißt es dort. Die beiden Tatverdächtigen seien auf freiem Fuß.

Nozawas Leichnam solle nun in die Rechtsmedizin nach Kiel gebracht werden, sagte seine Familie. Sie wollen Nozawa in seinem Heimatland Japan beerdigen lassen.

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