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Hochschullehrer fühlen sich kerngesund

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erstellt am 15.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Kiel | "Unsere Polizei geht auf dem Zahnfleisch", beklagte gestern Astrid Damerow von der CDU-Landtagsfraktion. Anlass waren Berichte, dass die rund 8000 Polizeibeamten im Lande im Schnitt 17 Tage pro Jahr krank sind. Dieser weit über dem Druchschnitt liegende Wert sei ein Beweis dafür, dass die Belastungsgrenze der Ordnugnshüter "weit überschritten ist". Doch der "Mitleidsschuss" der CDU-Frau ging nach hinten los. Wie die AOK gestern mitteilte, sind die 277 000 bei der Gesundheitskasse versicherten Arbeitnehmer und Hartz-Beziehen in Schleswig-Holstein im Schnitt sogar 19,1 Tage pro Jahr krank geschrieben. Arbeitnehmer, die im Güter- und Warenumschlag tätig sind fehlen gar 31,5 Tage, Altenpflegerinnn knapp 27 Tage und Mitarbeiter in der Lebensmittelherstellung immerhin 26 Tage. Die Polizisten mögen zwar einen schweren Job haben, kränker als "normale" Schleswig-Holsteiner sind die Staatsdiener aber offenbar nicht.

Absolut wohl im Job, nicht ausgebrannt und meist kerngesund fühlen sich nach den AOK-Krankenstandszahlen die Hochschullehrer, die aufs Jahr gesehen nicht einmal an sechs Tage ausfallen. Die Chefsessel von Geschäftsführern und Vorständen - sofern sie denn überhaupt gesetzlich versichert sind - bleiben nur an 6,7 Tagen pro Jahr leer. Auch Buchhalter, Autoverkäufer und Informatiker fehlen eher selten. Und sie leiden auch seltener an Rückenschmerzen, die nach Aussage des Prävenionsexperten Michael Tiemann eng korrelieren mit Arbeitsunzufriedenheit, Stress und Bewegungsmangel.

Die Zahl der Ausfalltage, die bei den AOK-Versicherten durch psychische Erkrankungen verursacht wurden, stiegen gegenüber dem Vorjahr in Schleswig-Holstein um 3,2 Prozent an, im Bundesdurchschnitt sogar um 14,9 Prozent. Der Anstieg psychische Erkrankungen bei der Landespolizei ist offenbar kein berufsspezifisches Phänomen, sondern einen Entwicklung die alle Berufsgruppen betrifft.

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