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Herbststürme sorgen für Totholz – zur Freude von Spinnen und Käfern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 12:25 Uhr

„Xaver“ und „Christian“ – die Namen der Herbstorkane verbinden wohl die meisten Schleswig-Holsteiner mit Angst und Schrecken sowie Millionen-Schäden. Nicht so die Stiftung Naturschutz. Ihr haben die Stürme im vierten Quartal 2013 in die Hände gespielt und den Weg zu Waldwildnis geebnet. „Durch den Windwurf insbesondere bei den Nadelhölzern können wir die Entwicklung hin zu standorttypischen naturnahen Wäldern schneller einleiten“, freute sich gestern Walter Hemmeling von der Stiftung Naturschutz in Kiel. 20 000 Festmeter haben die Stürme umgelegt, das meiste bleibe als Totholz liegen – „zur Freude von Käfern und Spinnen“, kündigte der Naturschützer an.

Auch mit der Renaturierung von einem halben Dutzend weiterer Moore will die Stiftung bis 2018 einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. „Nach unseren Berechnungen setzen lebendige Moore rund neun Tonnen Kohlendioxid je Hektar und Jahr weniger frei“, so Hemmeling. Bislang wurden bereits sechs Moore renaturiert. Die künftig ein Dutzend wieder vernässten Moore mit einer Fläche von fast 2800 Hektar führten zur Einsparung von gut 24 500 Tonnen CO2 pro Jahr, was die Klimabelastung kompensiere, die gut 100 000 Menschen verursachen.

Insgesamt besitzt die Stiftung knapp 33 000 Hektar Land zwischen Nord- und Ostsee und ist damit nach der landeseigenen Forstverwaltung zweitgrößter Großgrundbesitzer im Norden. Knapp die Hälfte der Stiftungsflächen wird durch Pächter landwirtschaftlich genutzt. Einer weiteren Expansion sind allerdings Grenzen gesetzt, räumt Hemmeling ein. Schon heute beklagen Bauern die Flächenkonkurrenz durch die Stiftung, die Preise in die Höhe treibe. Ein Vorwurf, dem Hemmeling widersprach. Zudem betonte er, dass die Stiftung keine Subventionen aus der Landeskasse erhalte. Trotzdem ist die Stiftung gut im Geschäft und mischt kräftig beim Management von Ausgleichsmaßnahmen mit. Die müssen nicht nur privat Bauherrn als Kompensation für Natureingriffe leisten, sondern auch die öffentliche Hand, wenn sie Straßen oder Bahnstrecken baut, Strommasten errichtet oder den Fehmarnbelttunnel plant. Hier bietet die Stiftung aus ihrem vom Land gestifteten Flächenfundus Ausgleichsgrundstücke gegen Bares an. Letztlich wird der Steuerzahler also doch zur Kasse gebeten.

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