Hansestadt saniert alle fünf Frauenhäuser

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16. Januar 2013, 01:14 Uhr

Hamburg | Um den Opferschutz für Frauen zu fördern, wird Hamburg alle fünf Frauenhäuser schrittweise sanieren. Trotz Sparmaßnahmen seien für die erste Bauphase 730 000 Euro bewilligt worden, um die Wohnsituation der Frauen und Kinder zu verbessern, sagte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) gestern. Die erste Sanierungsphase von Toiletten, Heizungen, Fenstern und Fassaden soll Ende 2013 abgeschlossen sein. In einer zweiten Bauphase sollen 2013 und 2014 mindestens 1,3 Millionen Euro investiert werden. Eines der Frauenhäuser bekommt einen neuen Anbau.

Frauen in Not sollen weiterhin kostenlos, anonym und unbürokratisch aufgenommen werden, bekräftigte Scheele. Dies gelte sowohl für Einheimische wie Ortsfremde. Die professionelle Begleitung durch die Mitarbeiterinnen könne die Frauen stärken, ihre Lebenssituation neu zu ordnen. Gemeinsam mit den Frauenhäusern wurde ein neues Finanzierungsmodell entwickelt. Es ermöglicht dem Land Hamburg, sich die Kosten für die Unterbringung von Frauen aus anderen Bundesländern erstatten zu lassen.

Von den fünf Hamburger Frauenhäusern, deren Adressen alle geheim sind, werden vier autonom und eines vom Diakonischen Werk geführt.

Sie haben zwischen 30 und 61 Plätze für schutzsuchende Frauen und deren Kinder. Insgesamt können bis zu 194 Menschen aufgenommen werden. Hamburg zahlt dafür jährlich knapp zwei Millionen Euro. 2011 haben 765 Frauen und 583 Kinder Zuflucht in einem Frauenhaus gefunden. Über die Hälfte hat das Frauenhaus innerhalb einer Woche wieder verlassen, ein Viertel der Frauen ist länger als drei Monate geblieben. Die durchschnittliche Auslastungsquote lag bei 94,9 Prozent.

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