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Hamburgs Alt-Bürgermeister Peter Schulz ist tot

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erstellt am 18.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Hamburg | Peter Schulz war der erste und bislang Einzige, der die beiden höchsten Staatsämter in Hamburg innehatte. Der gebürtige Rostocker war zwischen 1971 und 1974 Bürgermeister. Im Anschluss war er zwischen 1975 und 1986 mit einer nur halbjährlichen Unterbrechung Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft. Schulz starb gestern nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren. Als er 1971 im Alter von nur 41 Jahren an die Spitze des Hamburger Senats kam, war er seit 1678 der jüngste Bürgermeister in der Hamburger Geschichte. 1993 geriet er in Zusammenhang mit der Kieler "Schubladenaffäre" in die Schlagzeilen. Der am 25. April 1930 geborene Schulz war Sohn des früheren Rostocker Oberbürgermeisters Albert Schulz, der 1949 in den Westen ging. 1961 zog Peter Schulz erstmals in die Bürgerschaft ein und erlebte einen schnellen politischen Aufstieg. Er war Präses der Justizbehörde und später der Schulbehörde. 1971 wurde Schulz Regierungschef, trat jedoch im Oktober 1974 zurück, weil ihm nach dem Verlust von Wählerstimmen bei der Bürgerschaftswahl politische Rückendeckung fehlte. Zu seinem 60. Geburtstag wurde Scholz mit der Bürgermeister-Stolten-Medaille geehrte, es ist die höchste Auszeichnung der Hansestadt. Anschließend kehrte der zweifache Familienvater Schulz in seine Anwaltskanzlei zurück und profilierte sich als Experte für Presse- und Tarifrecht. Nach der Wende fühlte sich Schulz zum Engagement in Ostdeutschland moralisch verpflichtet. Zudem wagte sich der als Gesprächspartner geschätzte Schulz auf das diplomatische Parkett: 1992 übernahm er das Amt des norwegischen Konsuls in Rostock. Ein Jahr später musste Schulz vor dem Untersuchungsausschuss zur Kieler "Schubladenaffäre" als Zeuge aussagen. "Peter Schulz war ein Anwalt Hamburgs und ein nüchtern-hanseatischer Politiker", erklärte Bürgermeister Olaf Scholz.

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