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Hamburg ist Deutschlands Stiftungs-Hauptstadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2014 | 00:31 Uhr

Sie erforschen unheilbare Krankheiten, setzen sich für die Rettung Schiffbrüchiger und den Kampf gegen Tierversuche ein, vergeben Stipendien oder betreiben soziale Einrichtungen – Stiftungen. Gemessen an der Einwohnerzahl, ist Hamburg Deutschlands Stiftungs-Hauptstadt. Laut der Justizbehörde gibt es in der Elb-Metropole insgesamt 1302 dieser gemeinnützigen Institutionen, die über ein Gesamtvermögen von rund 7,8 Milliarden Euro verfügen. Damit kommen auf 100 000 Einwohner 75 Einrichtungen dieser Art. Allein in Hamburg wurden im vergangenen Jahr 35 Stiftungen mit einem ein Gesamtvermögen von rund 33 Millionen Euro gegründet.

Hamburg kann auf eine jahrhundertelange Stiftungsgeschichte zurückblicken. „Hamburg als Stadtrepublik ist schon immer sehr durch das zivile Verantwortungsbewusstsein seiner Bürger geprägt gewesen. Hinzu kommt, dass in der Stadt auch viele wohlhabende Menschen leben“, erklärt Frauke Hamann, Sprecherin der Hamburger Stiftungen. Schon im Mittelalter stifteten Kaufleute Teile ihres Vermögens der Armenpflege. Die älteste noch heute existierende Einrichtung dieser Art ist das Hospital zum Heiligen Geist. Hier wurden seit 1227 Pilger, Kranke und Arme versorgt. Wohlhabende Bürger gaben oftmals aus christlichen Moralvorstellungen Teile ihres Vermögens. „Im Laufe der Zeit haben sich die Lebensumstände in Hamburg verändert und damit auch die die Förderzwecke ausdifferenziert“, sagt Hamann. Inzwischen betreiben Stiftungen nicht nur Hochschulen, Altenheime und Museen und bewahren das kulturelle Erbe, sie übernehmen auch Verantwortung für arme und schwache Menschen, eröffnen Kindern und Jugendlichen neue Entwicklungsperspektiven, verleihen Preise und Stipendien. So individuell wie ihre Stifter sind auch die Stiftungen selbst – jede verwirklicht ihre Ziele auf ihre eigene Weise. „Vielen Stiftern geht es gar nicht darum, im Vordergrund zu stehen, sondern einfach nur zu helfen“, weiß Anke Palder, Leiterin des Hamburger Stiftungsreferats der Justiz- und Gleichstellungsbehörde, aus ihrer täglichen Arbeit. Nach dem Motto: Gutes tun, aber nicht darüber Reden. Andere wiederum versuchen durch Veranstaltungen oder Kampagnen auf gesellschaftliche Notlagen aufmerksam zu machen oder Gelder für bestimmte Zwecke zu sammeln. „Neben den großen Namen wie der Bucerius, Körber oder Reemtsma-Stiftung, gibt es auch viele kleinere Stiftungen.“


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