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Hamburg Energie macht erstmals Gewinn

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erstellt am 24.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Hamburg | Bisher brachte der grüne Strom Hamburg nur rote Zahlen. Nun scheint die Wende geschafft, der 2009 gegründete rein städtische Versorger Hamburg Energie hat im vorigen Jahr erstmals Gewinn gemacht. Laut Michael Beckereit, Geschäftsführer des Mutterkonzerns Hamburg Wasser, betrug das Plus 763 000 Euro (Umsatz: 135,3 Millionen) - ein erster Beitrag, um die aufgetürmten Verluste abzutragen. Laut Senat machte Hamburg Energie zwischen 2009 und 2011 ein Minus von insgesamt 6,4 Millionen Euro. Am höchsten fiel der Fehlbetrag 2010 mit 3,2 Millionen Euro aus.

Seitdem geht es bergauf für den öffentlichen Anbieter, der auf Drängen der Grünen während der CDU/GAL-Koaltion aus der Taufe gehoben worden war. Für 2013 erwartet Beckereit einen Gewinn von 1,2 Millionen, 2014 soll das Plus mehr als zwei Millionen Euro betragen. Bis 2015, so die Erwartung, werde der Schuldenberg der Anfangsjahre abgetragen sein. Die roten Zahlen seien als Anlaufverluste einkalkuliert gewesen.

Hamburg Energie beliefert 90 000 Kunden in und außerhalb der Metropole mit grüner Energie; 80 000 Haushalte beziehen Öko-Strom, rund 10 000 Öko-Gas. Auf dem örtlichen Strommarkt bedeutet das Platz drei; erklärtes Ziel bleibt Rang zwei hinter Platzhirsch Vattenfall. Ebenso ehrgeizig ist die Vorgabe, Hamburg Energie werde bis 2015 die Hälfte des verkauften Grünstroms selbst erzeugen. Bislang liegt der Anteil bei 17 Prozent. Um der Zielmarke näherzukommen, kündigte der Hamburg-Energie-Chef den Bau von vier Windrädern mit je drei Megawatt Leistung auf dem Gelände der ehemaligen Hamburger Stahlwerke im Hafen an. Der Pachtvertrag sei unterschrieben, die Turbinen sollen sich ab Ende 2014 drehen.

Die Opposition im Rathaus wittert beim Aufbau des kommunalen Anbieters massive "Wettbewerbsverzerrungen" sowie eine "Quersubventionierung" durch die Muttergesellschaft Hamburg Wasser. Senat und Unternehmen weisen das zwar entschieden zurück, gleichwohl prüft der Rechnungshof derzeit, ob die Stadt ihrem eigenen Versorger unzulässige Marktvorteile verschafft hat.

Bei den Hamburger Wasserwerken sprudeln die Gewinnquellen deutlich kräftiger. 2012 machte der Konzern bei einem Umsatz von 520 Millionen Euro 61 Millionen Euro Gewinn, der in etwa zu gleichen Teilen auf die Wasserlieferung und den Abwasserbereich entfiel. Beckereit kündigte an, die Expansion der Wasserwerke ins Umland fortzusetzen. 2012 hatten die Hamburger das Abwassernetz von Großhansdorf und Bönningstedt übernommen.

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