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Gute Noten für die Schüler im Land

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schleswig-Holsteins Jugendliche landen beim Leistungsvergleich in Mathematik und den Naturwissenschaften im oberen Mittelfeld

Schleswig-Holsteins Schüler zählen mit ihren Leistungen in Mathematik und den Naturwissenschaften zum oberen Mittelfeld in Deutschland und sogar zur Spitzengruppe in Westdeutschland. Ganz vorn liegen die ostdeutschen Flächenländer, ganz hinten die Stadtstaaten und Nordrhein-Westfalen. Das geht aus dem alle drei Jahre stattfindenden Leistungsvergleich von Neuntklässlern hervor, dessen Ergebnisse die Kultusministerkonferenz gestern in Berlin vorgestellt hat. Fast 45 000 Jugendliche aus 1300 Schulen wurden für die Studie des Berliner Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) geprüft.

In den erstmals umfassend getesteten Fächern Biologie, Chemie und Physik belegen die fünf Ost-Länder dabei durchweg die vorderen fünf Plätze. Nur in Mathematik schafft es Bayern in diese Phalanx einzubrechen und folgt in Chemie und Physik immerhin gleich dahinter. Zweitbestes westdeutsches Land ist Rheinland-Pfalz – und dann kommt schon Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland ist in allen vier untersuchten Fächern nicht nur seinem Nachbarn Hamburg mindestens ein halbes Schuljahr voraus, sondern liegt auch knapp vor dem einstigen Pisa-Musterländle Baden-Württemberg (siehe Tabelle). Zudem schaffen die Schüler im Norden überdurchschnittlich oft die geforderten Mindeststandards der Kultusminister.

Das starke Abschneiden von Sachsen, Thüringen und Co. liegt nach Einschätzung von IQB-Forscher Hans Anand Pant nicht zuletzt daran, dass Mathematik und die Naturwissenschaften schon in der DDR besondere Schwerpunkte an den Schulen waren. Zudem widerlegt der Erfolg der Ost-Länder für ihn all diejenigen Schulkritiker, die befürchten, dass eine Öffnung der Gymnasien für möglichst viele Schüler das Lernniveau drückt: „Die ostdeutschen Länder zeigen, dass auch bei einer hohen Gymnasialquote sehr gute Leistungen erzielbar sind“, sagte Pant. Schleswig-Holsteins parteilose Bildungsministerin Waltraud Wende sah sich daher in ihrer Schulpolitik für ein verstärktes gemeinsames Lernen bestätigt: „Mehr Vielfalt in den Klassen muss nicht zu einer Nivellierung führen“, erklärte sie.

Abermals bestätigte die neue Studie allerdings auch, dass der Lernerfolg von Deutschlands Schülern nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhängt – besonders stark in Hamburg und Brandenburg, schwächer in Thüringen und Sachsen, durchschnittlich stark in Schleswig-Holstein. „Das muss besser werden“, räumte Ministerin Wende ein. Daher würden Schleswig-Holsteins Lehrer künftig noch mehr darauf trainiert, Defizite zu erkennen und Schüler individuell zu fördern. Auch die Opposition im Land sieht noch Potenzial nach oben für die Schulen im Land. „Wir können noch besser werden“, mahnte CDU-Bildungsexpertin Heike Franzen: „Mit dem Mittelfeld können wir nicht zufrieden sein.“ Schließlich seien die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer „wichtiges Rüstzeug für das spätere Leben unserer Kinder“.

Eine alte Erkenntnis hat sich dabei übrigens im neuen Leistungsvergleich erneut bestätigt: Jungs können besser rechnen als Mädchen. „Die Jungen erreichen in Mathematik signifikant höhere Werte“, berichtete IQB-Wissenschaftler Pant. In den Naturwissenschaften verhält es sich allerdings genau anders herum: Hier schneiden die Mädchen besser ab.


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erstellt am 12.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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