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Gülle – Landwirte freuen sich über den milden Winter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2014 | 10:42 Uhr

In diesem Winter hat es kaum Konflikte um das Ausbringen von Gülle gegeben. Das geht aus einer vorläufigen Bilanz des Landwirtschaftsministeriums in Kiel hervor. Lediglich 100 Anfragen, ob ein Verstoß vorliegt, seien eingegangen. „Ahndungen sind nach unserer Kenntnis bislang nicht vorgenommen worden“, teilt Ministeriumssprecherin Kirsten Wegner auf Anfrage mit. Zwei bis drei Fälle würden noch bearbeitet.

Im Winter davor sah die Situation in Schleswig-Holstein ganz anders aus: Fast 1000 Anfragen mussten bearbeitet werden, es sei zu 80 Anzeigen gekommen, von denen 15 nicht aufgeklärt werden konnten – am Ende aber wurden 20 Fälle geahndet. In der Regel wird gegen Gülle-Sünder ein Bußgeld verhängt, zudem droht ihnen zusätzlich eine Kürzung der Betriebsprämie.

Hintergrund: Zwischen November und Ende Januar dürfen die Landwirte keine Gülle auf den Feldern ausbringen. Ist der Boden hingegen noch tief gefroren oder wassergesättigt, darf der Flüssigdünger auch über das Ende der Sperrfrist hinaus nicht ausgebracht werden.

Dass es in diesem Winter bislang offensichtlich zu keinen eklatanten Verstößen gekommen ist, führt Bauernverbandssprecher Klaus Dahmke zum einen auf die milde Witterung zurück. „Dieses Jahr sind wir vom Wetter bevorzugt.“ Zum anderen wirke sich die Förderung des Landes aus: Rund 2,2 Millionen Euro hatte das Ministerium 2013 zur Vergrößerung der Gülle-Tröge in 80 Betrieben des Landes beigesteuert. Viele Landwirte hätten aber auch darüber hinaus ihre Lagerkapazitäten erweitert – „so dass es jetzt ein ausreichender Puffer vorhanden ist“, so Dahmke.

Dass die Bauern heutzutage riesige Gülle-Tröge benötigen, hängt auch mit dem Strukturwandel bei der Viehhaltung zusammen. Viele Landwirte verarbeiten die Ausscheidungen der Tiere – vor allem Rinder und Schweine – nicht mehr zu Festmist, sondern eben zu Flüssigmist. Nach Angaben des Bauernverbandssprechers gibt es in Schleswig-Holstein etwa 1,5 Millionen Schweine bei rund 1100 Haltern sowie 1,1 Millionen Rinder bei etwa 8600 Haltern. Die Hinterlassenschaft einer einzigen Milchkuh beträgt etwa 20 Kubikmeter pro Jahr.

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