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Feuer in Dithmarschen : Großbrand in Heide: Ermittler suchen Brandstifter

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Ein Großbrand hat drei Häuser in der Altstadt von Heide zerstört. Jetzt steht fest: Brandstifter haben das Feuer gelegt.

Heide | Ein Feuer in Heide (Kreis Dithmarschen), bei dem drei Häuser in der Altstadt zerstört wurden, ist vorsätzlich gelegt worden. Es müsse definitiv von Brandstiftung ausgegangen werden, teilte die Polizei Itzehoe am Mittwochabend mit. Hinweise auf mögliche Täter und deren Motive gab es zunächst nicht. Die Kripo ermittelt, ob es ein politisches Motiv für die Tat gibt. Unter den Betroffenen sind 13 Bürger nichtdeutscher Nationalität, davon sechs Flüchtlinge. Ein ausländerfeindlicher Hintergrund konnte aber zunächst nicht bestätigt werden. „Wir ermitteln weiterhin in sämtliche Richtungen“, sagte Polizeisprecher Hans-Werner Heise am Donnerstag.

Das Feuer hatte in der Nacht zum Mittwoch einen Millionenschaden verursacht. Die 16 Bewohner konnten sich unverletzt aus den Gebäuden retten. Nach Angaben der Feuerwehr waren auch Kinder darunter. Verletzt wurde zunächst niemand. Der Feuerwehr zufolge handelte es nicht um ein Flüchtlingsheim.

„An Spekulationen über einen Brandanschlag mit ausländerfeindlichem Hintergrund werden wir uns nicht beteiligen“, sagte Polizeisprecher Hans-Werner Heise. Das Feuer war vermutlich in einem Schuppen im hinteren Bereich ausgebrochen und hatte sich durch die drei Gebäude hindurchgefressen. Nach der Untersuchung der Brandstelle durch Polizeibeamte und einen Sachverständigen könne eine technische Ursache ausgeschlossen werden, erklärte Heise. Was genau in dem Schuppen lagerte, konnte der Polizeisprecher nicht sagen.

Bis zu 220 Feuerwehrleute waren eingesetzt, um ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da die Häuser in dem Bereich eng verschachtelt stehen. Der Schuppen grenzte an zwei der betroffenen Häuser in der Meldorfer Straße an, darunter die ehemalige Traditionsgaststätte „Hahnbeerkrog“. Ein Statiker sperrte die Gebäude noch während des Einsatzes wegen Einsturzgefahr. Um die letzten Brand- und Glutnester löschen zu können, musste ein Bagger Wände und Mauern einreißen. Der Gesamtschaden wurde auf rund eine Million Euro geschätzt.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand bereits die rückwärtige Front zweier aneinandergrenzender Gebäude in Vollbrand.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannten die Gebäude lichterloh. Foto: dpa/Axel Heimken

Die Bundesstraße 5 wurde in der Ortsdurchfahrt Heide für die Dauer der Lösch- und Aufräumarbeiten mehrere Stunden lang voll gesperrt. Während des morgendlichen Berufsverkehrs kam es dadurch zu erheblichen Behinderungen.

Unmittelbar bevor der Brand entdeckt wurde wollen Zeugen einen Knall gehört haben, wie Heise berichtete. Woher der Knall kam, ob beispielsweise ein Böller losging oder eine Lackdose explodierte, könne man nicht sagen. Auch nicht, ob er mit dem Feuer zusammen hängt.

Der Zeuge, der das Feuer entdeckt und die Bewohner alarmiert habe, sei von einem ihm unbekannten Mann begleitet worden - „vom Aussehen her eher groß und sehr dünn“. Dieser Mann sei der Polizei noch nicht namentlich bekannt. Er werde gebeten, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen. Auch weitere Zeugen, die an der Brandstelle etwas beobachtet haben oder den Knall gehört haben, sollen sich bei der Polizei melden.

In der lokalen Facebook-Gruppe der Stadt veröffentlichten Nutzer Fotos der Brandstelle. Vielen Menschen in Heide ist die Traditionsgaststätte „Hahnbeerkrog“ noch in lebhafter Erinnerung. Nachdem diese bereits seit einiger Zeit geschlossen ist, sind jetzt auch die letzten Erinnerungen an das Lokal zerstört.

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Für reichlich Gesprächsbedarf sorgt aber vor allem ein möglicher fremdenfeindlicher Hintergrund. Während die Behörden sich dazu wegen bislang mangelnder Hinweise darauf nicht äußern wollen, spekulieren bei Facebook mehrere über das Motiv.

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erstellt am 10.Dez.2015 | 12:44 Uhr

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