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Gläserner Konzerthausbau bis 2016 mit Übernahme von Risiko und Haftung

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erstellt am 22.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Hamburg | Die unendliche Pannengeschichte der Elbphilharmonie - sie könnte doch noch zu einem guten Abschluss führen. So jedenfalls sehen es die Vertreter der Baubeteiligten, die gestern Abend vor dem Haushaltsausschuss der Bürgerschaft zur geplanten Neuordnung Stellung nahmen. "Ich kenne in Deutschland kein anderes Beispiel, bei dem der Auftraggeber so weitreichende Garantien hinsichtlich Zeitplan und Kosten erhält", lobte Martin Heyne, Geschäftsführer der städtischen Realisierungsgesellschaft Rege.

Der SPD-Senat und der Baukonzern haben sich auf ein neues Vertragswerk verständigt, dem die Bürgerschaft bis zum 30. Juni noch zustimmen muss. Demnach vollenden die Essener den gläsernen Konzerthausbau bis 2016 und übernehmen das volle Risiko und die Haftung. Dafür zahlt Hamburg nochmals 200 Millionen Euro zusätzlich, die Gesamtkosten klettern auf 789 Millionen. Die Vereinbarung verlange seinem Unternehmen einige Opfer ab, sei aber eine gute Lösung, sagte Hochtief-Manager Dirk Rehaag. Für die Architekten Herzog & de Meuron betonte David Koch, eine komplette Neuplanung im Falle einer Kündigung von Hochtief durch den Senat wäre "sehr aufwendig und kaum realistisch". Koch: "Die Elbphilharmonie ist mit das Komplexeste, was es gibt." Auch das Aufsichtsratsmitglied der städtischen Bau KG, Johannes Conradi, begrüßte die Neuordnung, wies aber zugleich auf denkbare Nachteile der kompletten Risikoübertragung hin: "Die Stadt kann nicht mehr mitwirken, und sie muss die Qualität des Baus auf andere Art sicherstellen."

Der mit Spannung erwartete Ex-Rege-Chef Heribert Leutner war aus Termingründen nicht erschienen und soll nun am 31. Mai befragt werden. Leutner hatte einen Rauswurf von Hochtief und einen Weiterbau in städtischer Eigenregie befürwortet, sich damit aber nicht gegen Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) durchsetzen können. Die Anhörung dauerte am Abend an.

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