Giftalarm – 119 Bewohner müssen Hochhaus verlassen

Elf Stockwerke krochen beißende Dämpfe aus dem Keller dieses Hochhaus hinauf.
Elf Stockwerke krochen beißende Dämpfe aus dem Keller dieses Hochhaus hinauf.

Ätzende Dämpfe führen zu Großeinsatz im Ostseebad Pelzerhaken / 32 Menschen klagen über Atemnot

23-24686921_23-77733324_1455900605.JPG von
13. Juli 2014, 14:45 Uhr

Großeinsatz für den Katastrophenschutz im Ostseebad Pelzerhaken: Ätzende Dämpfe führten am Sonnabendabend zu einer Evakuierung eines Hochhauses: 119 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. 32 Personen klagten über Reizungen der Atemwege und Atemnot, drei Menschen – ein Kleinkind und seine Eltern – wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Erst kurz vor Mitternacht durften 116 wieder in ihre Wohnungen zurück.

Die beißenden Dämpfe waren aus dem Keller entlang des Treppenhauses und des Fahrstuhlschachtes durch elf Geschosse des Wohnblocks in dem Ortsteil von Neustadt in Holstein geströmt. Die Ursache war offenbar an Kellerwände gesprühte Flüssigkeit. Offenbar haben dann „scharfe“ Putzmittel miteinander reagiert. Das Ergebnis einer Analyse steht aber noch aus.

Der Hausmeister hatte am Sonnabend kurz vor 20 Uhr Alarm geschlagen wegen des ätzenden Geruchs, der sich im gesamten Gebäude verbreitete. Die Freiwillige Feuerwehr Neustadt entschloss sich zu einer Evakuierung des Gebäudes und löste einen Großeinsatz für Katastrophenschutzkräfte aus: Binnen kurzer Zeit waren mehr als 100 Helfer des Gefahrgutzuges Süd sowie der drei Schnellen Einsatzgruppen (SEG) des Rettungsdienstes zur Stelle.

Während die Feuerwehrleute im Keller den kontaminierten Putz von der Wand klopften und aus dem Haus entfernten, wurden die über Atemnot klagenden Hausbewohner in einem Versorgungszelt der Einsatzgruppen betreut. Für alle anderen Bewohner des Hochhauses wurde die Turnhalle des Kinderzentrums als Notunterkunft angeboten.

Dem Geruch nach könnte es sich bei der ätzenden Flüssigkeit um desinfizierende Putzmittel gehandelt haben, beschrieb am Einsatzort Hartmut Junge, Sprecher der ostholsteinischen Feuerwehren. Unklar war, wie diese Flüssigkeit an eine Kellerwand gekommen war. Eine Probe wurde noch am Abend in ein Labor der Hamburger Feuerwehr gebracht, wo der erste Verdacht auf miteinander reagierende Putzmittel bestätigt wurde. Ein exaktes Ergebnis soll heute vorliegen.

Nachdem die Quelle der Ausdünstungen im Keller entfernt war, lüftete die Feuerwehr das Treppenhaus und den Fahrstuhlschacht. Kurz vor Mitternacht wurde die Anordnung der Evakuierung wieder aufgehoben. Die Bewohner durften ins Haus zurück.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen