Gewerkschaft will, dass alle Lehrer gleich bezahlt werden

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31. März 2014, 13:48 Uhr

Die Opposition wittert „Gleichmacherei“ und teure Doppelstrukturen zwischen den Universitäten Kiel und Flensburg. Die Koalition sieht einen großen Schritt in die richtige Richtung. Der Streit um die Pläne für ein neues Lehrkräftebildungsgesetz ist voll entbrannt. In der kommenden Woche wird der Landtag den Gesetzentwurf in erster Lesung beraten.

Zentraler Punkt der Novelle: Beide Unis werden in Zukunft Lehrer für die Sekundarstufe, das sind die Klassen 5 bis 13, ausbilden. Im allgemeinbildenden Bereich wird es Lehrkräfte für Grundschulen und für Sonderpädagogik (ausgebildet in Flensburg) sowie für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen (ausgebildet in Kiel und Flensburg) geben.

Einig sind sich Koalition und Opposition, dass die Reform überfällig ist. Durchgängige Haupt- und Realschulen gibt es teilweise seit dem Schuljahr 2007/08 nicht mehr; eine Ausbildung für diese Schularten dagegen findet noch immer statt. Strittig ist allerdings der Weg, den Wissenschaftsministerin Waltraud Wende (parteilos) bei der Reform einschlagen will. Der CDU-Hochschulpolitiker Daniel Günther nannte es einen Irrglauben, dass eine einheitliche Lehrerausbildung „je allen Kindern gerecht werden kann“. Die Koalition richte ihre Bildungspolitik nicht an unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder aus. „Ziel ist ganz klar eine Schule für alle“, sagte Günther. Wer die Ausbildung für Gymnasiallehrer abschaffe, der werde am Ende auch die Gymnasien abschaffen.

Wie Günther kritisierte FDP-Fraktionsvize Christopher Vogt den Aufbau teurer Doppelstrukturen für die Lehrerausbildung in Flensburg, „die wir nicht benötigen“. Die erforderlichen Mittel, die Günther auf bis zu sechs Millionen Euro bis 2020 schätzt, sind nach Vogts Meinung anderorts im Hochschulbereich sinnvoller eingesetzt.

Hochschulpolitiker von SPD, Grünen und SSW stellten sich hinter Wendes Pläne – und zugleich Korrekturen in Aussicht. Dabei geht es etwa um die offene Frage, wie Studierende Fahrtkosten während des künftig verpflichtenden Praxissemesters schultern sollen. Die SPD wolle, „dass das künftige Lehramtsstudium auch materiell zu bewältigen ist“, sagte der Abgeordnete Martin Habersaat. Beifall für die Novelle kam von Rasmus Andresen (Grüne) und Jette Waldinger-Thiering (SSW). „Wir schaffen das fachlich und didaktisch beste Lehramt der Republik“, sagte Andresen.

Die Lehrergewerkschaft GEW pochte auf klare Ansagen Wendes zur Lehrerbesoldung. Hier drücke sich die Regierung um ein klares Bekenntnis, sagte GEW-Landesvize Astrid Henke. Mit der Vereinheitlichung der Ausbildung müsse die Besoldungsgruppe „A13 für alle“ die logische Konsequenz lauten. Käme es so, wäre dies aus FDP-Sicht eine finanzielle Belastung, die „das Land kaum stemmen kann“.

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