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Nach Ausbruch in MV : Geflügelpest: Schleswig-Holstein wappnet sich

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Vogelgrippe-Erreger ist in Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht. Jetzt bereitet sich SH auf einen Ausbruch vor. Es gibt strenge Regeln.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2014 | 13:47 Uhr

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit hat Experten an den Ausbruchsort geschickt. Sperrgebiete sind eingerichtet, 31.000 Puten werden getötet. Niemand weiß, wie der Vogelgrippe-Erreger ausgerechnet in den Mastbetrieb am Rande des kleinen Dorf Heinrichswalde (Mecklenburg-Vorpommern) gekommen ist. Sicher ist nur: Es ist der erste Ausbruch des hochansteckenden Subtyps H5N8 in Europa. Zuvor wütete dieser Stamm nur in Korea.

Schleswig-Holstein bereitet sich seit Donnerstag auf einen möglichen Ausbruch vor. „Es gelten die Sicherheitsmaßnahmen nach der Geflügelpestverordnung“, erklärt Sönke Wendland vom Landwirtschaftsministerium in Kiel. „Um eine Einschleppung des Virus in die Bestände zu verhindern, ist der Zutritt zu Ställen streng geregelt, gibt es Auflagen für die Reinigung und Desinfektion.“ Geflügelzüchter, die ihre Tiere nicht allein in Ställen hielten, hätten dafür zu sorgen, dass zum Beispiel die Futter- und Tränkestellen nicht für wildlebende Vögel zugänglich seien.

Im Land gibt es laut Bauernverband 150 Geflügelzuchtbetriebe. Die Zahl der Puten liegt bei 72 000 Tieren, so das Landwirtschaftsministerium. Wendland: „Im Falle eines Ausbruchs wird vom Veterinäramt um den betroffenen Betrieb ein Sperrbezirk von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet von zehn Kilometern festgelegt. Der Betrieb würde geschlossen und die Tötung des Bestandes vorgenommen.“ Genau das passiert gerade in dem 500-Seelen-Dorf Heinrichswalde. „Das ist das erste Glutnest, und das muss schnell ausgetreten werden“, sagt Kreisamtstierarzt Holger Vogel. Tanklastwagen bringen Kohlendioxid, das in die Ställe geleitet wird und die bis zu 15 Kilo schweren Puten erstickt.

Woher kommt der Erreger? „Wir glauben, dass es mit dem nahen Galenbecker See zu tun haben könnte, einem bekannten Vogelrast- und Sammelgebiet“, erläutert Vogel. In Südkorea sei die Tierseuche bei Entenarten aufgetreten, die auch am Galenbecker See zu finden seien.

Wildvögel können als Wirte dienen, ohne zu erkranken. Möglich ist aber auch, dass die Vogelgrippe über kontaminierte Waren, Lebensmittel oder Bekleidung von Menschen eingetragen worden ist. Vier Epidemiologen des Friedrich-Loeffler-Instituts sind vor Ort, prüfen unter anderem, woher der Mastbetrieb Jungtiere und Futter bezogen hat. Wie groß ist die Gefahr für den Menschen? „Wir müssen davon ausgehen, dass jeder hochpathogene Erreger auch eine Gefährdung für den Menschen darstellen kann“, sagt Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts.

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