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Schloss Salzau : Gärtner setzt Konzertscheune in Brand – aus Versehen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Schaden liegt bei einer halben Million Euro: Statt Unkraut fackelte ein 55-jähriger Schleswiger die Konzertscheune auf Schloss Salzau ab. Das Amtsgericht Plön verurteilte ihn zu einer Geldstrafe.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Ein 55-jähriger Gärtner aus Schleswig wollte eigentlich nur Unkraut verbrennen. Doch irgendwie schlugen die Funken auf eine Eingangstür der 80 mal 20 Meter großen Konzertscheune von Schloss Salzau (Kreis Plön) über. Wenige Stunden später lag die ganze Halle in Schutt und Asche. Bei dem Feuer am 24. Mai 2012 entstand dort ein Schaden von einer halben Million Euro.

Der Schleswiger wurde gestern vor dem Amtsgericht in Plön wegen fahrlässiger Brandstiftung zu einer Geldbuße von 300 Euro an den Vogelschutzbund verklagt. Er muss auch die Kosten des Verfahrens von rund 1000 Euro tragen. Sollte Erwin J. innerhalb eines Jahres der Bewährung erneut gerichtlich auffallen, sind allerdings 60 Tagessätze zu 40 Euro – 2400 Euro – Geldstrafe fällig, lautete das rechtskräftige Urteil.

Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände, waren sich Staatsanwalt, Amtsrichterin und Verteidiger einig. Mit einem Gasbrenner vernichtete der Angeklagte Erwin J. in den Morgenstunden des 24. Mai 2012 das Unkraut in einem Abstand von bis zu 50 Zentimeter bis zur Konzertscheune. Das Abflammen mit der Auflage eines Sicherheitsabstandes zu Gebäuden sei von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) als Auftraggegeber vorgegeben worden.

Und irgendwann brannte das Holztor am Eingang vor der Bühne. „Wir versuchten noch, die Flammen mit einem Feuerlöscher und unserem Mineralwasser zu löschen“, sagte der 55-Jährige. Doch Windböen hätten an dem heißen Tag die Flammen immer wieder entfacht. „Weitere Feuerlöscher waren in der Konzertscheune, doch die Türen waren verschlossen“, sagte Erwin J. weiter. Innerhalb von Minuten habe alles gebrannt. Zwischenzeitlich sei die Feuerwehr alarmiert worden. So habe das Schicksal seinen Lauf genommen.

Erwin J. ist seit 2006 bei der Schleswiger Firma beschäftigt und gilt dort seither als sehr zuverlässiger Mitarbeiter, wie auch sein Vorarbeiter Andreas J. (42) gestern als Zeuge bestätigte. „Das Warten auf diesen Prozess war schlimmer als jede Geldstrafe“, sagte der Verurteilte. Er sei froh, dass es jetzt vorbei ist.

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