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Fußballprojekt mit Uwe Seeler: Anstoß in der Jugendanstalt

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nur einen Platzverweis wies das Strafkonto am Ende seiner sportlichen Karriere auf. Wer also sollte sich besser eignen, jugendliche Strafgefangene auf die richtige Bahn zu lenken, als Uwe Seeler? Der – wie er sagt – momentan wohl einzige HSV’ler, der überall gerne gesehen ist, setzte gestern den Startpunkt für das Projekt „Anstoß für ein neues Leben“ in der Jugendanstalt Schleswig (JA). Das Projekt soll über den Fußball junge Straftäter fit machen für den Weg zurück in die Gesellschaft.

„Im Fußball muss man kämpfen bis zum Umfallen. Das verbindet den Sport mit dem Leben. Denn auch wer straffällig geworden ist, muss kämpfen, um wieder in das gute Leben zurückzukommen“, sagte HSV-Legende und Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung Seeler. Die Stiftung rief das Programm, an dem mit Schleswig-Holstein nun neun Bundesländer teilnehmen, 2008 ins Leben. Auch Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) und Sportminister Stefan Studt (SPD) gehörten neben dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband, der Bundesagentur für Arbeit, dem Jobcenter und dem Berufsbildungszentrum Schleswig zu den Initiatoren im Norden. Als Patenverein beteiligt sich der FC St. Pauli.

Die Häftlinge unterbrachen gestern ihr Training für die Reden der prominenten Gäste in der Turnhalle der Jugendanstalt. „Das ist eine große Chance für ein straffreies Leben“, sagte einer der Häftlinge unserer Zeitung. Ihm gefalle vor allem das gemeinsame Training mit dem TSV Friedrichsberg-Busdorf. „Wir kommen mit den Spielern vom TSV gut klar. Sie haben keine Vorurteile. Außenstehende denken ja häufig nicht, dass hier der Ton stimmt und ein respektvoller Umgang herrscht“, so der 20-Jährige, der eine zweijährige Strafe absitzt.

86 Häftlinge gibt es derzeit in der JA. 15 von ihnen nehmen an dem Projekt teil. Es ermöglicht neben dem Fußballtraining auch Schiedsrichter- und Trainer-Lehrgänge, berufliche Fortbildungsangebote sowie Bewerber- und Anti-Gewalt-Trainings. Uwe Seeler machte den jungen Männern Mut: „Ihr schafft das und wir helfen euch dabei.“

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erstellt am 31.Okt.2014 | 13:07 Uhr

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