Für jeden sichtbar: Abferkeln beim Bauernpräsidenten

Einblick in den Stall: www.bauernverbandsh.de/webcam.html. sh:z
Einblick in den Stall: www.bauernverbandsh.de/webcam.html. sh:z

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10. Januar 2013, 01:14 Uhr

Rethwisch | Ein Stück Verbraucheraufklärung, wie sie transparenter wohl kaum noch möglich ist, vollzieht sich derzeit in Rethwisch im Kreis Stormarn. Jedem ist es jetzt möglich zu beobachten, was sich in der Abferkelstation von Gut Frauenholz abspielt. Auf dem Betrieb des Bauernpräsidenten Werner Schwarz ist eine Webcam installiert. Diese sendet im 20-Sekunden-Rhythmus den aktuellen Zustand in der Abferkelstation. Jeder kann sich vom Geschehen im Stall überzeugen, indem er www.BauernverbandSH.de im Internet aufruft und dem Link folgt. In kurzen Filmen werden zusätzlich alle Abläufe auf dem Hof in Rethwisch gezeigt und auch für den Laien leicht nachvollziehbar erläutert, wie zum Beispiel die Gruppenhaltung oder warum die Tiere geduscht werden.

Klaus Dahmke (Bauernverband) sagte bei der Vorstellung des Projektes, der Verbraucher habe häufig kaum Vorstellungen darüber, was in den Ställen abläuft. "Hier wollen wir aufklären. Deshalb zeigen wir alle Abläufe, die zur Natur dazu gehören. Wenn wir unsere Ställe öffnen, können wir das Vertrauen der Verbraucher gewinnen." Bauernpräsident Werner Schwarz ergänzt: "Wir haben nichts zu verbergen und laden jeden zu einem Blick hinter unsere Mauern ein um zu zeigen, was wir tun." Damit ist der Bauernverband Vorreiter und dürfte zu den ersten in Deutschland gehören, die sich zu diesem Schritt der Öffentlichkeitsarbeit entschlossen haben. Werner Schwarz ermuntert seine Berufskollegen, den Verbrauchern ebenfalls Einblick zu gewähren, um zu zeigen, dass die Bauern in Schleswig-Holstein die immer stärker aufkommende Tierschutz- und Tierwohl-Diskussion nicht zu fürchten bräuchten. Hohe Auflagen der Veterinärämter müssen eingehalten werden, bevor ein Schweinestall betreten werden darf. Aber große Fenster könnten gute Einblicke gewähren, sagte Werner Schwarz.

Auf Gut Frauenholz werden 500 Muttersauen gehalten und jährlich zwischen 6000 und 6500 Ferkel aufgezogen. Für die Schweinehaltung ist Ulrike Tiefensee zuständig. Neben ihr sind noch vier weitere Mitarbeiter in dem Familienbetrieb beschäftigt. Auch Ehefrau Susanne Schwarz und Sohn Clemens unterstützen Werner Schwarz bei der Selektion der Tiere, bei der festgelegt wird, welches als Zuchtsau in andere Betriebe geht. Neben der Tierhaltung wird auf 400 Hektar Ackerbau betrieben und Raps, Weizen und Gerste geerntet. Um die Wege kurz und nachvollziehbar zu halten, wird viel an die eigenen Tiere verfüttert. Nach Angaben des Bauernverbandes gibt es in Schleswig-Holstein 1200 Schweinehaltungs-Betriebe, von denen sich 500 auf Sauenhaltung und 700 auf Mast spezialisiert haben.

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