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Prozess in Flensburg : Freundin mit Hammer erschlagen - Haftstrafe

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Sie kämpften um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter. Als die Situation eskalierte, schlug ein 26-Jähriger mit einem Hammer auf seine Freundin ein. Die Frau starb.

Schleswig/Flensburg | Wegen Totschlags an seiner Ex-Freundin muss ein 26-jähriger Schleswiger für acht Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Außerdem ordnete das Landgericht Flensburg am Donnerstag die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der 26-Jährige hatte im März seine ehemalige Lebensgefährtin, eine Mutter von drei Töchtern, durch mindestens zehn Hammerschläge getötet. Hintergrund war ein Kampf um das Sorgerecht für die gemeinsame kleine Tochter.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe vor Gericht eingeräumt, sich aber auf Erinnerungslücken berufen. Zum Tatzeitpunkt war er stark betrunken. Mit dem Strafmaß lag das Urteil fast genau zwischen der Forderung der Anklage, die für zehn Jahre Haft plädiert hatte, und der Verteidigung, die sich für acht Jahre ausgesprochen hatte.

Der Vorsitzende Richter zeigte Unverständnis angesichts der Brutalität der Tat. „Das lässt einen auch als langjährigen Richter an einer Strafkammer mit vielen, vielen Fragen zurück.“ Am Tattag hatte das spätere Opfer die gemeinsame Tochter zum Ex-Freund gebracht. Im Streit um das Sorgerecht für die Kleine sagte die 25-Jährige laut Angeklagtem: „Bevor du sie bekommst, steche ich sie ab.“ Auch wenn der Mann dies als Provokation empfunden habe, sei die Aussage dennoch nicht ernstzunehmen gewesen, so das Gericht.

Der Streit eskalierte, und schließlich schlug der Schleswiger, der zu diesem Zeitpunkt unter zweifacher Bewährung wegen Körperverletzung stand, mit einem 500 Gramm schweren Hammer zu und fügte der Frau mehrere offene Schädelhirntraumata zu. Die Tat habe auch Affekt-Elemente, so das Gericht, zudem liegt laut Gutachter eine Persönlichkeitsstörung vor. Für den Mann habe unter anderem sein Geständnis gesprochen. Andererseits sei die dreifache Mutter ihm ausgeliefert gewesen. „Das Tatopfer hatte letztlich keine Chance.“ 

Die Anwälte der Nebenklage, die zwei Töchter des Opfers sowie die Eltern der getöteten Frau vertraten, sprachen von den furchtbaren Folgen für die Angehörigen. Die kleine Tochter, die die Tat in einem Nebenzimmer anhören musste, sei für ihr Leben gezeichnet. Einzig bei diesen Worten zeigte der ansonsten unbewegt wirkende Angeklagte Gefühle und wischte sich Tränen ab.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 14:52 Uhr

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