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Fragen, die nie gestellt wurden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Warum ist Polizist Harald Thomas nicht stutzig geworden, dass Yagmur bereits zweimal ins Krankenhaus musste, nachdem sie bei ihren leiblichen Eltern zu Besuch war?

Warum hat Staatsanwältin Wüllner nicht im Umfeld der Familie aktiv ermittelt?

Warum wurden damals keine Nachbarn oder Kita-Erzieherinnen befragt?

Warum hat keiner der Beteiligten aus rein menschlicher Besorgnis einfach mal nachgefragt, wie es dem kleinen Mädchen geht?

Warum hat Polizist Thomas nicht weiter nachgefragt, als Yagmurs Vater bei seiner Vernehmung sagte, er weine häufig zuhause?

Warum hat niemand darauf bestanden, auch Yagmurs Mutter zu vernehmen?

Der Fall Yagmur wirft viele Fragen auf, die sich gestellt hätten, wenn die Ermittlungsbehörden damals nicht nur in den engen Grenzen ihrer Zuständigkeitsbereichen gedacht hätten. Sicher: Aus heutiger Sicht ist das leicht zu kritisieren. Es gilt, den Kinderschutz insgesamt zu verbessern. Doch ein perfektes System, in dem vollkommen ausgeschlossen wird, dass Kinder misshandelt werden, wird es wohl nie geben. Um so wichtiger ist es, den Blick auch über den eigenen Tellerrand hinaus zu richten. Lieber einmal mehr nachfragen – und den gesunden Menschenverstand einschalten.

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