Fluglärm – Jetzt kracht’s richtig

Kurze Landeanflüge: Hamburgs Umweltauschuss wollte diesen ein Ende setzen, doch die Deutsche Flugsicherung sah sich  nicht in der Lage, einzulenken.
Kurze Landeanflüge: Hamburgs Umweltauschuss wollte diesen ein Ende setzen, doch die Deutsche Flugsicherung sah sich nicht in der Lage, einzulenken.

Unveränderte Landeanflüge auf Fuhlsbüttel entzürnen Politiker: Hamburgs Walddörfer und das Umland sind aus ihrer Sicht die Leidtagenden

Lorenz 4,5x6-1.jpg von
16. Juli 2014, 15:57 Uhr

Jetzt gibt’s richtig Krach um Hamburgs Fluglärm, Grüne und Linke schießen scharf gegen die Deutsche Flugsicherung (DFS). „Die DFS tanzt der Stadt auf der Nase herum“, ärgert sich Grünen-Wirtschaftsexperte Anjes Tjarks über Äußerungen der Hamburger Tower-Chefin Christine Schierhorn von der DFS. Linken-Fraktionschefin Dora Heyenn warf dieser „Wortbruch“ vor.

Wie berichtet, hatte Schierhorn am Dienstag den Wunsch der Hamburger Politik nach einem Ende der Sicht- und Kurzanflüge zurückgewiesen. „Das können und werden wir nicht so einfach umsetzen.“ Die Tower-Chefin stellte sich damit gegen die fraktionsübergreifende Forderung im Umweltausschuss der Bürgerschaft, dem Abkürzen von Flugrouten bei Landungen einen Riegel vorzuschieben. Unter Fluglärm durch Kurzanflüge über Wohnsiedlungen leiden vor allem Bürger in Hamburgs Walddörfern.

Ein Ende solcher Anflüge ist ein Kernanliegen des Zehn-Punkte-Plans, mit dem der Umweltausschuss im April eine Offensive gegen den Krach vom Himmel versprochen hatte. Die Fraktionen wollen, dass Jets beim Einfliegen spätestens zehn Nautische Meilen (18,5 Kilometer) vor dem Touchdown auf den Landestrahl eindrehen. Schierhorn und ihre Kollegen kontern, die Lärm-Emissionen würden dann nicht geringer, sondern nur anders verteilt und stärker konzentriert. Leidtragende im Falle der Standardlandebahn 23 wären unter anderem Randgemeinden im Kreis Stormarn, vor allem Bargteheide.

Diese Äußerungen stehen laut Tjarks im deutlichen Widerspruch zu Schierhorns Auftritt vor dem Ausschuss im Januar. Seinerzeit habe die DFS-Expertin ausdrücklich eine Möglichkeit gesehen, Kurz- und Sichtflüge zu reduzieren. Zudem habe die Tower-Chefin seinerzeit eine schnelle Umsetzung in Aussicht gestellt. Nun wies sie jedoch darauf hin, dass solche Veränderungen von Flugrouten rund 18 Monate in Anspruch nehmen.

Tjarks sieht kein echtes Interesse der Flugkontrolleure am Lärmschutz, diese seien auf dem Rückweg „in den Schützengraben“. Nun müsse der Senat Druck machen. Tjarks: „Ohne deutlich strengere politische Vorgaben bewegt sich die DFS nicht.“

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