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Fernbus-Linien starten durch

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Seitdem der Markt liberalisiert wurde, hat sich die Zahl der Verbindungen verdreifacht – Jetzt soll auch Schleswig-Holstein besser angebunden werden

Eine Verdreifachung des Reiseangebots und doppelt so viele Städte-Fernbuslinien – das ist die erfolgreiche Bilanz des seit Januar 2013 liberalisierten Fernbusmarktes. So können Fahrgäste aktuell bundesweit aus 5100 innerdeutschen Fahrten pro Woche wählen. Eine Zunahme um 230 Prozent im Vergleich zum Januar mit noch 1540 wöchentlichen Fahrten. Dabei nahm nicht nur die Anzahl der Linien zu, sie werden auch häufiger bedient. Das Potenzial der Liberalisierung zeigt sich am deutlichsten an der Zahl der klassischen Städte-Fernbuslinien, die seit Januar 2013 von 62 auf 138 zugenommen haben, ein Plus von 123 Prozent. Das geht aus der Marktstudie „IGES Kompass Mobilität – Fokus Fernbus" hervor. „Der Fernbusmarkt unterliegt momentan einem regelrechten Boom und tut der gesamten Branche und ihrem Image überaus gut“, so Joachim Schack vom Omnibus Verband Nord. „Die Entwicklung ist bislang hervorragend, die Erwartungen wurden bislang übererfüllt“, meint der Geschäftsführer.

Auch in Hamburg wurde der Fernbus sehr gut angenommen. „Wir haben rund 50 bis 70 neue Abfahrten am Tag“, erklärt Wolfgang Marahrens, Geschäftsführer des ZOB Hamburg. „Wir haben viele junge Leute und neue Kunden gewinnen können, die sonst nicht gereist wären.“

Laut der IGES-Marktstudie profitieren vor allem mittelgroße Städte vom neuen Fernbusangebot, aber auch strukturschwache Regionen, in den vorher Reisemöglichkeiten fehlten. Derzeit agieren knapp 40 Betreiber von Städte-Fernbuslinien auf dem deutschen Markt.

„Marktführer ist am ZOB Hamburg MeinFernbus“, weiß Wolfgang Marahrens. Mit 16 An- und Abfahrtsbuchten, Infosäulen mit Touch-Display und elektronischen Anzeigen ist der Hamburger Zentrale Omnibusbahnhof im Gegensatz zu vielen anderen Busbahnhöfen seit zehn Jahren auf dem neusten Stand der Technik. Muss er auch, denn Marahrens rechnet mit noch rund 20 bis 40 weiteren täglichen Abfahrten alleine bis zum Sommer.

Marktführer MeinFernbus will sein Streckennetz weiter ausbauen. Derzeit bedient das Unternehmen auf 40 Linien 126 Städte. „Bis heute haben wir mehr als 2,5 Millionen Fahrgäste befördert“, erklärt Gregor Hintz von MeinFernbus. „Wir werden im Frühjahr unser Netz weiter ausbauen, wovon alle Bundesländer profitieren.“ Gerade in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gebe es noch viele interessante Mittelzentren. „Wir bedienen bewusst viele kleinere und mittelgroße Städte mit Metropolen und häufig auch dort, wo die Bahn sich zurückgezogen hat. Unsere Busse füllen somit eine Lücke.“

Das Unternehmen FlixBus ist am 13. Februar als erster Anbieter unter der liberalisierten Gesetzgebung gestartet. „Mittlerweile bieten wir rund 600 Direktverbindungen pro Tag und ein flächendeckendes Liniennetz bis ins angrenzende Ausland“, so Bettina Engert von FlixBus. In Hamburg ist FlixBus mit fünf täglichen Linien führend. „Der ZOB ist Deutschlands Vorzeigebeispiel für einen attraktiven und zentral gelegenen Fernbusbahnhof“, meint Engert. „Aufgrund der großen Nachfrage werden wir in Hamburg unser Angebot noch deutlich erweitern. Die Hansestadt sei deutschlandweit eines der gefragtesten Reiseziele. Besonders beliebt neben der Strecke Hamburg-Berlin sind auch die Verbindungen von und nach Frankfurt und Nordrhein-Westfahlen.

Auch der größte europäische Fernbus-Betreiber, die National Express Group, hat das Potential des deutschen Marktes erkannt und ist mit city2city Anfang April in Deutschland gestartet. „Der Fernbus ist zu einer echten Reisealternative in Deutschland geworden“, so city2city-Managing Director Matthias Adel. „Wir sind aktuell sehr zufrieden mit dem Geschäft in der Weihnachts- und Silvesterzeit.“

Joachim Schack vom Omnibus Verband Nord: „Wir sehen dies mit großer Sorge, weil der Mittelstand im Wettbewerb mit international vernetzten Großkonzernen nicht wird mithalten können. Eine solche Entwicklung wäre aber deshalb bitter, weil gerade das private Omnibusgewerbe so sehr für die Fernbusliberalisierung gekämpft hat und am Ende mit leeren Händen dastehen könnte.“


>Alle von Hamburg erreichbaren Städte

   im Internet unter bit.ly/1ep15qn

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erstellt am 09.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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