Ferientermine: Tourismus-Akteure schmieden Allianz gegen Kultusminister-Konferenz

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04. Juni 2014, 15:44 Uhr

Nachdem am Dienstag bereits das Kieler Kabinett in Berlin die Blockade von tourismus-feindlichen Sommerferienterminen angekündigt hat, geht jetzt eine Allianz aus ADAC, Gaststättenverband, IHK sowie Tourismusverband (TVSH) auf Konfrontationskurs zu den Kultusministerien in den anderen Bundesländern. Einige hatten aus pädagogischen Gründen eine Ausdehnung des Ferienkorridors im Sommer abgelehnt.

Das Ziel der Allianz ist ein Korridor von 90 Tagen ab 2018, in diesem Jahr beträgt er 71 Tage. Der aktuelle Entwurf, über den die Kultusministerkonferenz am 12. Juni entscheidet, sehe einen Ferienzeitraum deutlich unterhalb der angestrebten 90 Tage vor, beklagte die Allianz gestern in Kiel. TVSH-Chef Jörn Klimant appellierte an Bildungsministerin Waltraud Wende, auf der Konferenz ein Veto gegen die suboptimale Lösung einzulegen. Das wäre „ein deutliches Zeichen für eine tourismusverträgliche Lösung und eröffnet den Raum für eine seriöse Abwägung der Interessen“, sagte Klimant. Die Tourismuswirtschaft im Norden mit 7,7 Milliarden Euro Umsatz und 170 000 Beschäftigten, „wächst seit Jahren unter dem Bundesdurchschnitt und benötigt Rahmenbedingungen, die eine Rückkehr auf den Wachstumspfad unterstützen“. Fehlende Umsätze würden sinkende Steuereinnahmen nach sich ziehen und Familien mit Kindern könnten sich wegen des künstlich erzeugten Nachfrage-Booms im Hochsommer und den damit einhergehenden Preissteigerungen bald keinen Urlaub mehr leisten. Konkret berechnet wurde n die wirtschaftlichen Einbußen für Schleswig-Holstein: je nicht gewährtem Ferientag gehen 15,6 Millionen Euro verloren.

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