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Gestiegene Arbeitskosten : Fehmarnbelt-Tunnel wird 700 Millionen Euro teurer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eigentlich sollte der Tunnel 5,5 Milliarden Euro kosten. Aber nicht nur die Arbeitskosten sind gestiegen. Eine positive Nachricht gibt es auch.

Kopenhagen | Der Tunnel unter dem Fehmarnbelt wird 700 Millionen Euro teurer als bisher veranschlagt. Das geht aus einer aktualisierten Kostenanalyse der staatlichen dänischen Planungsgesellschaft Femern A/S hervor. Danach beläuft sich die Gesamtsumme für das Jahrhundertprojekt - eine rund 19 Kilometer lange kombinierte Straßen- und Schienen-Verbindung - auf 6,2 statt 5,5 Milliarden Euro.

Der Betrag ergibt sich, nachdem die Dänen die aus dem Jahr 2008 stammenden Material- und Arbeitskosten an das heutige Niveau angepasst haben. Die Neuberechnung erfolgte, damit das dänische Parlament realistische Zahlen vor Augen hat.

„Ich möchte die Kritik verstummen lassen, dass das Projekt auf einer veralteten Entscheidungsgrundlage beruhe.“ Mit dieser Begründung stellte Dänemarks Verkehrsminister Magnus Heunicke am Donnerstag gemeinsam mit Femern A/S die aktualisierte Kostenkalkulation vor.

Der ursprünglich genannte Betrag von 5,5 Milliarden Euro stammte aus dem Jahr 2008. Seitdem sind die Material- und Arbeitskosten gestiegen. Auch die Betriebs- und Wartungskosten des Tunnels flossen in die Berechnung ein.

„Die frischen Analysen bestätigen die Wirtschaftlichkeit des Tunnels“, erklärte Heunicke. Der Sozialdemokrat relativierte die Kostensteigerungen zugleich mit einer positiven Nachricht: Obwohl der voraussichtlich im Jahr 2021 fertige Tunnel teurer wird, lassen sich die Kosten offenbar schneller abstottern als angenommen.

Aus der neuen Finanzanalyse ergibt sich nämlich auch: Die 6,2 Milliarden Euro werden laut Femern A/S durch Mauteinnahmen in 32 bis 37 Jahren abbezahlt sein. Bislang war man von 39 Jahren ausgegangen. Die Planungsgesellschaft begründet den kürzeren Zeitraum mit niedrigeren Realzinsen, einer höheren EU-Förderung, einer aktualisierten, höheren Verkehrsprognose und damit, dass das Projekt nun gemeinsam mit den Infrastrukturgesellschaften für die Öresund-Brücke und die Große-Belt-Brücke besteuert wird.

Zugleich kündigte Heunicke an, dass er dem dänischen Parlament das Baugesetz für den Fehmarnbelttunnel im kommenden Februar vorlegen wird. Bisher hatte er dies nur allgemeiner für „um die kommende Jahreswende“ in Aussicht gestellt. Bis auf die sozialistische „Einheitsliste“ vom äußersten linken Flügel haben sich sämtliche Fraktionen des Folketing bisher stets für den Tunnel ausgesprochen.

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erstellt am 21.Nov.2014 | 07:35 Uhr

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