Familienzentren sollen Hilfe unter einem Dach bieten

Kay Müller von
12. März 2014, 15:36 Uhr

Sie sollen der gesellschaftliche Kristallisationspunkt der Gemeinden werden. Die Rede ist von Familienzentren, deren Gründung Kirche, Diakonie und evangelische Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein jetzt mit Hochdruck voranbringen wollen. „Wir betreten hier Neuland“, sagt der Bischofsbevollmächtigte Gothart Magaard.

In den Familienzentren, die die Kirche aus bestehenden Einrichtungen wie Kindergärten, Familienbildungsstätten, Pflege- oder Altenhilfezentren weiter entwickeln will, sollen generationsübergreifende Treffpunkte entstehen, in denen sich Menschen gegenseitig helfen – quasi eine Renaissance der Nachbarschaftshilfe. Im Familienzentrum können Babysitterdienste, Vermittlung von Patengroßeltern, Hausaufgabenhilfen, Tagespflege sowie Bastel- und Musikgruppen angeboten werden. „So kann etwa eine Mutter, die kurzfristig keine Betreuung für ihr Kind hat, dort Unterstützung von anderen Müttern bekommen. Oder Jung und Alt können gemeinsam einen Mittagstisch erhalten“, sagt Margit Baumgarten vom Netzwerk Familie der Nordkirche. „Familien stehen heute immer mehr unter Druck, deswegen brauchen wir ein breiteres, wohnortnahes, soziales Netz.“ Die Kirche habe dafür die besten Strukturen, weil es sie vor allem auch überall auf dem Land gebe. „Wir haben die Infrastruktur, das ist das Tolle an unserem Laden“, sagt Baumgarten. Kooperationen mit anderen Einrichtungen seien dabei erwünscht. Wichtig sei die Vernetzung von Ehren- und Hauptamt, meint Landespastorin Petra Thobaben. Das Land sei in der Pflicht, die hauptamtlichen Leiter dieser Familienzentren zu bezahlen.

Im Mai will Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) auf einem „Fachtag Familienzentren“ erste Vorschläge präsentieren. Ziel sei es, Fördermöglichkeiten auf den Weg zu bringen. „Familienzentren können wichtige Unterstützungsangebote für Familien leisten, dort wo sie täglich sind.“ So könne etwa eine Beratung in Kooperation mit einer Kita eingerichtet werden. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um Familien zu erreichen, die Unterstützung benötigen. Wir wollen daher mehr Familienzentren im Land“, so Alheit. Und Landespastorin Thobaben sagt: „Das Geld, was für Familienzentren ausgegeben wird, sparen wir später im Reparationssystem des Sozialwesens.“

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