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Föhr-Fähre : Faire Bedingungen für Wettbewerber

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Eine zweite Fährlinie neben der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) ist für die Mehrzahl der Insulaner von Föhr und Amrum eine verlockende Vorstellung. Nun hat die Reederei Nutzungsbedingungen für die Brücken im Wyker Hafen erarbeitet.

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erstellt am 07.Feb.2014 | 19:32 Uhr

Wyk | Eine zweite Fährlinie nach Föhr und Amrum ist für die Mehrzahl der Insulaner eine verlockende Vorstellung. Wie auch für den Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens „Becker Marine Systems“, Dirk Lehmann, der mit einer eigenen Reederei und zwei umweltfreundlichen Schiffen den Fährbetrieb von und zu den Inseln aufnehmen will. Doch nach wie vor reden mehr die jeweiligen Rechtsanwälte und weniger die Geschäftsführer miteinander. Denn die Brücken, die in Dagebüll und Wittdün in kommunaler Hand sind, gehören in Wyk der WDR. Und während Dirk Lehmann den öffentlichen Zugang zu einem deutschen Hafen durch ein privatwirtschaftliches Unternehmen blockiert sieht, betont der WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn, dass sehr früh signalisiert worden sei, die Fährbrücken für die Nutzung durch Dritte zu öffnen.

„Das Ob ist lange geklärt, offen ist das Wie“, beschreibt Meynköhn den aktuellen Stand der schwelenden Konkurrenzsituation. Eine Baustelle, die bereits Mitte letzten Jahres hätte geschlossen werden können. Zu diesem Zeitpunkt habe „Becker Marine Systems“ erstmals schriftlich sein Interesse aufgezeigt, auf der Linie Dagebüll-Föhr-Amrum als Wettbewerber aufzutreten.

„Das dann folgende Spektakel wollen wir künftig nicht mit jedem potenziellen Interessenten von vorn beginnen“, berichtet der Reederei-Chef. Weshalb man sich bereits im November 2013 entschieden habe, allgemeine Nutzungsbedingungen zu erarbeiten. Die seien konform mit dem deutschen und europäischen Kartellrecht und sollen Wettbewerbern bei ernsthaftem Interesse ausgehändigt werden. „Das ist aktuell bei zwei Unternehmen der Fall“, so Meynköhn, der den Namen des zweiten Interessenten derzeit nicht nennen will, aber verrät, dass dieser mit konventioneller Fährtechnik fahre.

Die Geschäftsbedingungen und Gebühren, die mit der Häufigkeit, mit der eine Reederei die Brücken nutzt, sinken, liegen nun vor. Mit einer besonderen Bedingung: An dem neben der Fußgängerbrücke stehenden Anleger drei soll stets das Schiff Vorrang haben, das Fußgänger und Fahrzeuge gleichermaßen bedient – eine Regelung, die auch zum Nachteil der WDR zum Einsatz kommen wird. Ebenfalls Bestandteil des Papiers: Die Schiffe der WDR werden bei der Zuweisung der freien Brückennutzungszeiten bevorzugt behandelt. Kartellrechtlich zulässig, so Meynköhn, der davon ausgeht, dass diese Priorität auch in Wittdün und Dagebüll gewährt wird.

Und die Wettbewerber müssen sich auf ein weiteres Problem einstellen: Sie werden erst im letzten Quartal eines Jahres freie Brückennutzungszeiten für das Folgejahr zugewiesen bekommen. Hintergrund: Die Fahrpläne der WDR sind mit denen der Deutschen und der Nord-Ostsee-Bahn abgestimmt, um das Erreichen der Züge zu gewährleisten. Erst wenn deren Fahrpläne feststehen, können auch die freien Zeiten benannt werden. Eine Verfahrensweise, die für Wyk gilt und die Axel Meynköhn auch in den anderen Häfen erwartet.

„Ich bin gespannt“, ist das Papier für Dirk Lehmann „ein unerwarteter Schritt in die richtige Richtung“. Aus dem der städtische Hafenbetrieb eine öffentlich-rechtliche Nutzungsordnung ableiten könne. Denn der sei nach wie vor in der Pflicht und eine privatrechtliche Einigung zweier Unternehmen nicht das Ziel. Eine Frage, die den Wyker Hafenchef Ulrich Koch eher weniger beschäftigt. Der wird am 12. Februar den Wyker Hafenausschuss im nichtöffentlichen Teil über die Nutzungsbedingungen informieren. Diese sollen im Anschluss den beiden potenziellen Konkurrenten zugehen.

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