zur Navigation springen

Erstmals "Hamburg-Zuschlag" für Ärzte und Psychotherapeuten

vom

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Hamburg | Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten bekommen angesichts höherer Kosten in der Hansestadt erstmals einen "Hamburg-Zuschlag". Der bundesweit einmalige Aufschlag für die "überdurchschnittliche Kostensituation" - etwa bei Miete und Personal - beträgt gut zwei Prozent, wie die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) gestern mitteilte. Der Zuschlag gilt rückwirkend zum Jahresanfang. Das Schiedsamt habe mit dieser Entscheidung den neun Monate dauernden Honorarkonflikt zwischen der KVH und den gesetzlichen Krankenkassen beendet, erklärte der Vorsitzende Walter Plassmann. "Wir betreten damit Neuland." Der Verband der Ersatzkassen, die Interessenvertretung aller Ersatzkassen, kritisierte den "Hamburg-Zuschlag" dagegen. Die Hamburger Krankenkassen hielten den regionalen Zuschlag für problematisch, teilte der Verband mit: "Dies hat zur Folge, dass ein Großteil des Geldes nach dem Gießkannen-Prinzip verteilt wird."

Nach Darstellung der KVH - sie verhandelt die Honorare für Ärzte und Therapeuten - steigt das Honorar laut Schiedsspruch in diesem Jahr insgesamt um rund vier Prozent. Nach Ansicht des Verbandes der Ersatzkassen dagegen nimmt die Gesamtvergütung im Vergleich zum Vorjahr um mehr als fünf Prozent zu. "Dies bedeutet: Jeder niedergelassene Arzt oder Psychotherapeut erhält im Durchschnitt fast 10 000 Euro mehr pro Jahr."

Der Verband erklärte die Differenz zur KVH damit, dass er alle Ausgaben für Leistungen eingerechnet habe - auch die voraussichtlichen Mengenzuwächse bei sogenannten ausgedeckelten Leistungen wie Haus- und Heimbesuchen. Diese Leistungen gehören demnach nicht mehr zum festen Budget, sondern müssen mit festen Sätzen vergütet werden.

Der KVH-Vorsitzende Plassmann betonte, das Ergebnis sei qualitativ ein wichtiger Durchbruch, quantitativ könne es aber nur ein erster Schritt sein. "Angesichts einer Unterdeckung von rund 20 Prozent kann die Gesamtsteigerung nicht befriedigen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen