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Tag der offenen Tür : Erleben, wie die Zeitung gemacht wird

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Infos und Kabarett, Aktuelles und Historie - beim Tag der offenen Tür im Flensburger Medienhaus des sh:z entdecken Leser, wie ihre Zeitung entsteht.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2013 | 14:30 Uhr

Flensburg | Karl-Heinz Groth rückt seine Brille zurecht. "Können mich alle verstehen?" fragt er in breitem Dithmarscher Platt. Brummen und nicken. Die meisten verstehen ihn offenbar - und wer nicht, konnte auch diese Frage nicht beantworten. Die Texte des Plattdeutschen Autors sind fester Bestandteil der Zeitung, online kann man seine Geschichten sogar hören. Am Tag der offenen Tür konnten die Leser des sh:z den Mann hinter dem Plattdeutsch in ihrer Zeitung kennen lernen.

Besonders die Historie einzelner Schnacks ist sein Thema. "Komm in die Puschen und mach keine Fisimatenen!" Diese vermeintlich urplatten Wörter, so Groth, kommen gar nicht aus dem Land zwischen Nord- und Ostsee. "Puschen" kommen über Frankreich sogar aus dem Arabischen, der maulfaule Norddeutsche kürzte "Babusch" lediglich etwas ab. Und die Fisimatenten sind das, was der Buur verstand, wenn ein napoleonischer Soldat seine Tochter aufforderte "Visitez ma tente!"

Auch im Newsroom lernten die Besucher die Menschen hinter ihrer Zeitung kennen. Das große Büro ist das Herzstück des neuen Medienhauses. Hier arbeiten die Redakteure aus verschiedenen Ressorts zusammen. Lokalredakteur Gerhard Nowc zeigte, wie das Flensburger Tageblatt früher entstand. Mit klobiger Schreibmaschine und schweren Bleilettern. Im Vergleich dazu der heutige Arbeitsplatz: Computer und Flachbildschirm. Die Artikel werden nicht mehr per Hand gesetzt, sondern gelangen digital zum Druckzentrum in Büdelsdorf.

Welches Thema an den einzelnen Standorten des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags am Montag in der Zeitung stehen soll, konnten die Besucher schon am Sonntagmittag erfahren: In der großen Konferenz trugen die Redakteure ihre Planung vor - zum ersten Mal überhaupt vor einem größeren Publikum. "Wir haben es noch nie in der Öffentlichkeit getan", sagte Chef vom Dienst Bernd Ahlert - und rief das Publikum sogleich augenzwinkernd zur Verschwiegenheit auf.

Der Flensburger Lokalchef Carlo Jolly brachte ein wohlbekanntes Thema auf die Agenda: Der Tag der Offenen Tür in einem Flensburger Medienhaus. Unter anderem kündigte er ein Interview mit dem Oberbürgermeister Simon Faber (SSW) an, den er zum Thema Wahlmüdigkeit befragen möchte. Die Schleswiger Lokalredaktion macht am Montag mit einem Massen-Gentest auf. Lokalredakteur Dirk Jennert berichtet von einem Mord in Schleswig vor 31 Jahren - dessen Täter noch immer nicht gefasst wurden. Jetzt sucht die Polizei mit neuen Mitteln nach ihnen. Denn offenbar kommen die Täter aus der Region, eventuell aus dem Umfeld des Opfers. Eine DNA-Reihenuntersuchung unter Männern zwischen 45 und 55 Jahren soll zu den unbekannten Tätern führen. Sofort greift Bernd Ahlert ein: "Dieses Thema interessiert nicht nur die Schleswiger. Das werden wir wohl in allen Ausgaben groß berichten."

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